Erstellt am 11. Juni 2011, 13:54

WU-Rektor warnt vor Problemen bei Master-Studien. "In den letzten Jahren ist in der Unipolitik nichts weitergegangen", befindet Christoph Badelt. In der Ö1-Sendereihe "Journal zu Gast" prognostizierte er am Samstag auch den Master-Studiengängen die Probleme der überlaufenen Bachelor-Studien.

"In spätestens zwei Jahren werden wir auf der Ebene der Master-Studien dasselbe Problem haben wie auf jener der Bachelor-Studien", so Badelt. "Es wird sich um eine andere Zahl handeln, aber das Auseinanderklaffen zwischen Kapazitäten und finanziellen Möglichkeiten wird ebenso gegeben sein." Politiker würden das Thema der Masterstudien hinsichtlich Zugangsregelungen "ignorieren", dabei seien Master- und Bachelorstudium bezogen auf Lehrkapazitäten an der Universität "verbundene Gefäße".

Für das Auseinanderklaffen zwischen Budget und Kapazitäten zieht Badelt die gesamte Bundesregierung zur Verantwortung. Die Angabe von Wissenschaftsminister Töchterle, die SPÖ habe jenen Notfallparagrafen, mit dem die WU Zugangsbeschränkungen einführen könnte, abgeblockt, sei zwar richtig - "säumig" seien aber sowohl die gesamte Regierung als auch das Parlament. Es brauche entweder mehr Geld oder Zugangsbeschränkungen, "die Situation ist nicht länger haltbar".

Einen Aufnahmestopp für die kommenden ein bis zwei Jahre, wie ihn die TU Wien im Massenfach Architektur erwägt, hält Badelt für "eine Notmaßnahme, die zwar augenblicklich eine Entlastung schafft", aber das Problem nur nach hinten verschiebe und einen Rückstau erzeuge. "Im zweiten Gedanken ist das mehr eine Form des Protests, aber keine nachhaltige Lösung", so Badelt.