Erstellt am 06. Januar 2014, 10:23

Würdigung Staribachers über Parteigrenzen hinaus. Nicht nur von Parteikollegen, auch vonseiten der ÖVP wurde der am Samstag gestorbene frühere Handelsminister Josef Staribacher (SPÖ) gewürdigt.

Denn "seine konziliante und sachliche Art hat ihm über die Parteigrenzen hinweg Respekt eingebracht", betonte Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Mitterlehner. Auch ÖGB, AK und SJÖ zeigten sich "tief betroffen".

Staribacher habe als langjähriger Handelsminister zur Weiterentwicklung des Standorts Österreich beigetragen - und dabei besonderes Augenmerk unter anderem auf die Förderung von Klein- und Mittelbetrieben sowie auf die Positionierung Österreichs als vielfältiges Tourismusland gelegt, indem er zum Beispiel den Slogan 'Wanderbares Österreich' prägte.

"Für seinen Einsatz für die Republik gebühren Josef Staribacher Respekt und Anerkennung", betont Mitterlehner.

"Mit Josef Staribacher ist ein Pionier der Gewerkschaftsbewegung, ein Demokrat und Antifaschist aus tiefstem Herzen von uns gegangen", würdigte ÖGB-Präsident Erich Foglar den Verstorbenen, der auch ÖGB-Präsidiumsmitglied und Vorsitzender der Gewerkschaft der Lebens- und Genussmittelarbeiter war.

Foglar erinnerte an Staribachers Spitznamen "Pickerl-Pepi": Den bekam er dafür, dass er während der Ölkrise einen autofreien Wochentag einführte, der durch eine Plakette an der Windschutzscheibe gekennzeichnet werden musste.

Staribacher habe sich nicht nur als Gewerkschafter für die Interessen der Arbeitnehmer eingesetzt, sondern auch in der Arbeiterkammer, wo er auch Direktor der AK Wien war. Mit dem Verstorbenen "verlieren die Arbeiterkammern und Gewerkschaften einen aufrechten Antifaschisten, Vertreter der Interessen ihrer Mitglieder und Sozialpartner", zeigte sich AK-Präsident Rudi Kaske tief betroffen.

Ebenso der Vorsitzende der Sozialistischen Jugend Österreich (SJÖ), Wolfgang Moitzi. Denn als Wiener SJ-Landesvorsitzender habe Staribacher maßgeblich die Aufbauarbeit der SJ in der Nachkriegszeit geprägt."Mit Josef Staribacher verlieren wir einen großen Sozialdemokraten", trauerte Moitzi.