Erstellt am 16. Dezember 2011, 11:40

Zahl der Armen erreichte 2010 Höchststand. Die Zahl der manifest Armen hat 2010 einen Höchststand erreicht: Für 511.000 Personen war der absolute Mindestlebensstandard nicht mehr leistbar, teilte die Statistik Austria am Freitag mit. Im Jahr 2005 waren im Vergleich nur 344.000 Menschen betroffen.

Insgesamt sind rund zwölf Prozent der Bevölkerung oder rund eine Million Menschen in Österreich armutsgefährdet.

Datengrundlage für die Berechnungen sind Ergebnisse der EU-weit durchgeführten Erhebung EU-SILC über die Lebensbedingungen und Einkommenssituation im Jahr 2009, die 2010 durchgeführt wurde. Die kurzfristigen Auswirkungen der Krise für Österreichs Privathaushalte waren laut Statistik Austria eher moderat, längerfristig haben sich die Lebensbedingungen armutsgefährdeter Personen kontinuierlich verschlechtert. Der mittlere Lebensstandard betrug im Einkommensjahr 2009 20.618 Euro (+3,7 Prozent gegenüber 2008), der Lebensstandard hat sich also auch im sogenannten Krisenjahr gesteigert. Sozialleistungen und Steuerreform haben demnach Einkommenseinbußen abgefedert.

Die Armutsgefährdungsschwelle liegt laut EU-SILC 2010 bei 1.031 Euro im Monat für einen Einpersonenhaushalt - der Lebensstandard der armutsgefährdeten Menschen beträgt im Mittel nur rund 854 Euro pro Monat (für Alleinlebende). Mit 31 Prozent besonders stark armutsgefährdet sind Personen ohne österreichische oder EU-Staatsbürgerschaft, ebenso wie alleinlebende Pensionistinnen (26 Prozent) und Personen in Ein-Eltern-Haushalten (28 Prozent). Ein hohes Armutsrisiko besteht auch für Haushalte mit Langzeitarbeitslosen (29 Prozent) und jenen mit mehr als zwei Kindern (18 Prozent).

Unter den Armutsgefährdeten kann sich etwa die Hälfte einen für Österreich absolut notwendigen Mindestlebensstandard nicht leisten, das sind 6,2 Prozent der Gesamtbevölkerung. Waren 2005 344.000 Personen manifest arm, waren es 2009 488.000 und 2010 schon 511.000.