Erstellt am 20. Juli 2012, 12:59

Zahl der Asyl-Anträge stark gestiegen. Österreich ist verstärkt Ziel von Asylwerbern geworden. Laut aktuellen Zahlen des Innenministeriums wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres 7.354 Asylanträge gestellt. Das sind um 1.544 oder 26,6 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Trotz der steigenden Zahlen hat Verteidigungsminister Darabos wenig Lust, Asylwerber in Kasernen einzuquartieren. Antragsstärkstes Monat war von Jänner bis Juni 2012 der Mai mit 1.347 Anträgen, insgesamt gab es in keinem Monat weniger als 1.000. Mit über 7.354 Anträgen nähert sich der Halbjahreswert jenem von 2009. In diesem Jahr hatte die damalige Innenministerin Fekter versucht, ein drittes Asyl-Erstaufnahmezentrum im Südburgenland zu etablieren, was aber scheiterte. Aufgrund rückläufiger Antragszahlen in den Folgejahren war der Plan für ein weiteres Zentrum schließlich völlig fallengelassen worden.

Die Bitte von Innenministerin Mikl-Leitner, Kasernen zur Verfügung zu stellen, nimmt Darabos "zurückhaltend" zur Kenntnis. "Nach Meinung des Verteidigungsministers sind Kasernen auch nicht unbedingt geeignet, um Asylwerber unterzubringen", gab sein Sprecher zu bedenken. Außerdem brauche man den Platz für den Präsenzdienst. Leerstehende Kasernen dagegen stehen zum Verkauf. "Das Innenministerium ist eingeladen, sich im Verkaufsprozess einzubringen." Was die Unterbringung von Asylwerbern betreffe, sei aber Mikl-Leitner zuvorderst "gefordert, bei den Bundesländern eine faire Verteilung durchzusetzen".

Bei der Herkunft der Asylwerber stellen die Afghanen mit 1.907 die stärkste Gruppe dar, gefolgt von Bürgern Russlands (1.183). Auf Platz drei folgt Pakistan (461) vor Syrien (368). Insgesamt gab es von Jänner bis Juni 2012 1.663 rechtskräftige positive Asylbescheide (22 Prozent), 5.010 Anträge (67 Prozent) wurden abgelehnt.