Erstellt am 23. Juli 2012, 19:51

Zahl syrischer Asylwerber um 144 Prozent gestiegen. Österreich stellt sich auf einen Flüchtlingsstrom aus Syrien ein. "Wir müssen der völkerrechtlichen Verpflichtung nachkommen", betonte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner.

Im Vergleich zum Jahr 2011 sei die Zahl syrischer Asylwerber in Österreich um 144 Prozent auf 368 Personen gestiegen, berichtete die Ministerin. "Mehr als 80 Prozent wurden anerkannt."

Mikl-Leitner bekräftigte vor diesem Hintergrund auch ihre Forderung an Verteidigungsminister Norbert Darabos (S), Kasernen für die Versorgung von Flüchtlingen zu öffnen. Zur kolportierten Ablehnung ihres Ministerkollegen, von der sie aus den Medien erfahren habe, sagte die ÖVP-Politikerin: "Sie ist sehr zynisch und grenzt an Geschäftemacherei am Rücken der Flüchtlinge." Sie wolle beim Ministerrat am Dienstag dazu das Gespräch mit Darabos beziehungsweise Bundeskanzler Werner Faymann (S) suchen.

Die Ministerin betonte, dass Österreich in Sachen Flüchtlinge innerhalb der Europäischen Union bereits "sehr belastet" sei. "Sieben EU-Staaten, darunter Österreich, betreuen mehr als 80 Prozent der Asylwerber. Ich appelliere an andere Flüchtlinge aufzunehmen." Zu Evakuierungsplänen für Österreicher in Syrien meinte Mikl-Leitner, es lebten derzeit 180 bis 200 Auslandsösterreicher in dem arabischen Land. "Anfragen für eine Ausreise haben zugenommen."