Erstellt am 29. Juni 2016, 06:11

von Wolfgang Millendorfer

Debatte nach dem Brexit: Das bringt die EU. Nach „Brexit“ wird auch in Österreich über die Krise der EU diskutiert. Dem Burgenland brachte die Union viele Vorteile.

„Wachsen mit Europa“. Die Vorzüge der Europäischen Union werden Schülern spielerisch näher gebracht. Foto: RMB  |  RMB

Während in Großbritannien über „Brexit“ diskutiert wurde, sprachen sich in Österreich bei einer Umfrage der Gesellschaft für Europapolitik 60 Prozent für einen Verbleib in der EU aus; 31 Prozent konnten sich einen Ausstieg vorstellen, neun Prozent bezogen keine Stellung. Im Burgenland war die Zustimmung immer hoch, bei der jüngsten Umfrage (siehe gegenüberliegende Seite), war man mit der Arbeit der EU eher unzufrieden. Dennoch zeigen sich auch hierzulande viele Vorteile.

  • „Musterschüler“ bei der Auslösung von EU-Förderungen: Seit 1995 sind 1,3 Milliarden Euro an Fördergeldern ins Burgenland geflossen. Insgesamt wurden mehr als 48.500 Projekte unterstützt. Die Top-Drei der Bezirke: Oberwart (mit 8.952 geförderten Projekten), Oberpullendorf (6.396), Neusiedl am See (5.588). Überregional wurden weitere 11.500 Projekte mit EU-Geldern gefördert.
  • Noch mehr Fördergeld: Bis zum Jahr 2020 ist das Burgenland als Übergangsregion eingestuft, was zusätzlich 270 Millionen Euro an Förderungen einbringt.
  • Thermen-Boom: Die großen Thermenstandorte des Landes sind allesamt auf die Ziel-1-Förderperiode zurückzuführen. In der St. Martins Therme und Lodge wurde der Zubau mithilfe von EU-Förderungen umgesetzt. Der Wellness-Tourismus brachte dem Burgenland nicht nur neue Arbeitsplätze, sondern auch Wertschöpfung in den Thermenregionen.
  • Positive Auswirkungen auf die Wirtschaft: Laut Erhebungen des Instituts für Wirtschaftsforschung wuchs das BIP pro Kopf, das den Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen angibt, gegenüber dem Jahr 1995 um 23 Prozentpunkte auf 87 Prozent an. Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten stieg im Burgenland von 79.000 auf mehr als 103.000 Arbeitnehmer. Durch die gute wirtschaftliche Performance kam es auch zu überdurchschnittlichen Zuwächsen beim Einkommen.
  • Grenzenlose Sicherheit: Grenzüberschreitende Projekte mit den Nachbarländern gibt es in der Wirtschaft ebenso wie bei den Blaulicht-Organisationen – sei es in der Fahndungsarbeit der Polizei oder mit dem Feuerwehr-Kompetenzzentrum.
  • Vorteile in der Urlaubszeit: Neben einer Begrenzung der Handy-Roaminggebühren gibt es EU-weit auch Entschädigungen für verspätete oder ausgefallene Flüge und Züge. Die Europäische Krankenversicherungskarte erleichtert Bürgern aus den Mitgliedstaaten den Zugang zu medizinischer Versorgung.
  • Lebensmittel-Qualität: Erst die Einführung des Bio-Gütesiegels sicherte die Vorgaben des ökologischen Landbaus entsprechend des EU-Kennzeichnungsgesetzes.

Quelle: Regionalmanagement Bgld.