Erstellt am 20. Mai 2016, 14:49

von APA Red

Zentralmatura: An AHS voraussichtlich 20 Prozent Fünfer. Im Burgenland dürfte es im AHS-Bereich bei der Mathematik-Matura rund 20 Prozent Fünfer gegeben haben.

Zentralmatura  |  NOEN, APA

Allerdings könne es noch Abweichungen geben, da noch nicht alle Arbeiten fertig korrigiert seien, so Landesschulratspräsident Heinz Josef Zitz zur APA. Im BHS-Bereich habe es deutlich weniger Fünfer gegeben.

Zum Vergleich: Im Vorjahr waren bei der schriftlichen Mathe-Matura an den AHS im Burgenland (das damit auch in etwa im Österreich-Schnitt lag) etwa zehn Prozent der Arbeiten negativ.

Es gebe aber auch heuer Klassen, in den es keinen einzigen Fünfer gegeben habe und jede Menge "Sehr Gut", so Zitz. Insgesamt sei dies ein Ergebnis, das für die Schwierigkeit der Mathematik-Matura akzeptabel sei, wobei diese heuer schwerer gewesen sei.

Ein Teil der Frage war falsch übersetzt

Einen Überblick, wie die Mathematik-Matura in Kärnten ausgefallen ist, hat Landesschulratspräsident Rudolf Altersberger noch nicht. Allerdings bereitet ihm ein Übertragungsfehler am slowenischen Gymnasium Kopfzerbrechen - dort dürfen die Schüler die Mathe-Reifeprüfung auf Slowenisch schreiben.

"Ein Teil einer Frage in der Mathematik-Angabe war falsch übersetzt", sagte er zur APA. Manche Schüler behalfen sich und schauten in der beigegebenen deutschen Version nach.

Trotzdem dürfte es mehr Nicht genügend als erwartet geben. "Die meisten Schüler haben diese Aufgabe nicht richtig, es gibt einige Nicht genügend, mehr als 20 Prozent." Fürs Erste will man die betreffende Frage nicht werten. Allerdings hätten sich die Schüler länger mit der unlogischen Frage befasst und Zeit verloren.

Großzügige Bewertung

Im Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) bestätigte man auf APA-Anfrage das Problem: In einer Angabe sei in der von einem Übersetzungsbüro erstellten slowenischen Version statt der Zahl elf "11,5" gestanden.

Allerdings sollte dies keinen Einfluss auf die Zahl der Fünfer haben: Die Aufgabe habe sich im (separat absolvierten) zweiten Teil der Matura befunden und bringe auch keine Zusatzpunkte für den ersten - für ein Genügend ist nur die Zahl der im ersten Teil erreichten Punkte ausschlaggebend.

Für die Bewertung habe man vorgeschlagen, großzügig zu sein und die Antwort auch dann richtig zu werten, wenn daraus hervorgeht, dass der richtige Rechenansatz gewählt wurde.

Bei flächendeckendem Problem: Strukturelle Neuerungen

In den anderen Bundesländern war auf APA-Anfrage noch nichts Näheres zur Matura zu erfahren. Einzig in Oberösterreich schätzte man vorsichtig, dass die Mathe-Matura wohl schlechter ausgefallen sei als im Vorjahr. Um wie viel, sei wegen der schwachen Datengrundlage aber noch unklar.

Die endgültigen Ergebnisse werden an den einzelnen Schulen bei den in der nächsten Woche stattfindenden Notenkonferenzen festgelegt. Anschließend werden sie ans Bildungsministerium rückgemeldet, das eine Zusammenfassung bis 31. Mai plant.

NEOS-Chef und Bildungssprecher Matthias Strolz forderte in einer Aussendung schnellstmögliche Klarheit über die Ergebnisse: "Sollte sich herausstellen, dass wir hier ein flächendeckendes Problem bei den Ergebnissen haben, müssen umgehend strukturelle Neuerungen angegangen werden. Sollte sich dieses Phänomen auf einzelne Schulstandorte beschränken, brauchen wir Maßnahmen, um diese Standorte effizient zu unterstützen."