Erstellt am 03. Juni 2013, 18:41

Zukunftsvorsorge-Reform endlich im Ministerrat. Die lang erwartete Reform der prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge (PZV), bei der durch eine geringere Mindest-Aktienquote mehr Sicherheit in die Veranlagung kommen soll, kann nun doch am Dienstag im Ministerrat beschlossen werden.

Am Montagabend haben die Koalitionsparteien offene Fragen im Zusammenhang mit der Besteuerung des Rehabilitationsgeldes beseitigt.

Diese sorgten zuletzt für eine Blockade der "Zukunftsvorsorge neu". Vor einer Woche war die Reform gar nicht wie geplant bis in den Ministerrat gekommen, nachdem die SPÖ das Thema davor überraschend mit ihrem Wunsch nach einer Steuerfreistellung des Reha-Geldes verknüpft hatte. Die ÖVP ist hier für eine Steuerpauschalierung wie beim Krankengeld, die Sozialdemokraten hatten auf einer absoluten Steuerfreiheit bestanden. Nun einigte man sich auf separate Gespräche zum Reha-Geld, wurde der APA am Montagabend bestätigt.

Nachdem das Junktim nun vom Tisch ist, soll die "Zukunftsvorsorge neu" nach dem grünen Licht der Regierung und der Zustimmung des Nationalrates ab August gelten. Dabei soll für unter 50-jährige bei Neuabschlüssen ab 1. August eine Bandbreite von 15 bis 60 Prozent bei der Aktienquote gelten, für über 50-jährige soll sie dann - etwas niedriger - zwischen fünf und 50 Prozent liegen. Schon vor drei Jahren war das Aktien-Minimum einmal gesenkt worden - auf 30 Prozent für unter 45-jährige, 25 Prozent für über 45-jährige und 15 Prozent ab 55 Jahren. Ursprünglich musste bei der Zukunftsvorsorge generell zu mindestens 40 Prozent in Aktien investiert werden.

Geändert wird zudem jener Anteil, der in Aktien veranlagt werden muss, die an EWR-Börsen mit einer Marktkapitalisierung bis höchstens 40 Prozent erstnotiert sind - also faktisch vor allem an der Wiener Börse. Bisher betraf das die komplette (Mindest-)Aktienquote, bei darüber hinausgehenden Aktienveranlagungen hatten die Anbieter freie Wahl. Künftig soll es für 60 Prozent der "im Rahmen des zweistufigen Lebenszyklusmodells tatsächlich gehaltenen Aktien" gelten. 40 Prozent der Aktienquote können frei veranlagt werden.

Derzeit laufen in Österreich rund 1,6 Mio. Zukunftsvorsorge-Verträge, mit 93 Prozent der Großteil davon bei Versicherungen. Versicherungsverbandspräsident Günter Geyer hatte kürzlich einen Anstieg der Vertragszahl durch die Reform auf zwei Millionen als möglich bezeichnet.