Erstellt am 26. August 2015, 09:54

von APA Red

Zwei Drittel der Gemeinden beherbergen keine Asylwerber. Noch immer haben fast zwei Drittel der österreichischen Gemeinden keine Asylwerber aufgenommen.

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Das zeigt eine von der "Zeit im Bild" am Dienstag publizierte Aufstellung. Dabei sind auch Details interessant. So ist etwa in den Heimatgemeinden der Landeshauptmänner von Niederösterreich und dem Burgenland kein einziger Flüchtling untergebracht.

Die von der "ZiB" präsentierte Grafik zeigt, dass sich in letzter Zeit trotz der dramatischen Zustände rund um die Bundesbetreuungsstelle in Traiskirchen nicht wirklich viel geändert hat. Beherbergten vor rund zwei Monaten 67 Prozent der österreichischen Gemeinden keine Asylwerber, waren es zuletzt 64 Prozent.

Bezogen auf die Einwohnerzahl ragt Traiskirchen wenig überraschend heraus. Pro 100 Einwohner sind dort 19,4 Asylwerber untergebracht. Nicht ganz so dramatisch lesen sich die Zahlen zu St. Georgen in Attergau, wo die zweite Erstaufnahmestelle Thalham steht. Hier kommen 5,4 Flüchtlinge auf 100 Einwohner.

Dieser Wert liegt aber immer noch deutlich über dem der Bundeshauptstadt Wien, die als einziges Bundesland seit Jahren stets die Quoten-Vorgaben der Bund/Länder-Asylvereinbarung erfüllt. Hier kommen dennoch nur 0,6 Asylwerber auf 100 Einwohner und damit deutlich weniger als etwa in Eisenstadt mit 2,3, in St. Pölten mit 1,4 oder in Innsbruck mit 1,1.

LH-Gemeinden auch noch immer ohne Asylwerber

Nicht gerade vorbildlich zeigen sich die Gemeinden der Landeshauptleute im Osten des Landes. Radlbrunn, Heimatort von Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) gehört zur Gemeinde Ziersdorf und in der war laut Aufstellung zuletzt kein einziger Flüchtling einquartiert, und das bei deutlich mehr als 3.000 Einwohnern.

Nicht anders sieht es in der Stadt des burgenländischen Landeshauptmanns Hans Niessl (SPÖ) aus. Frauenkirchen mit gut 2.800 Einwohnern beherbergt ebenfalls keinen einzigen Flüchtling. Nämliches gilt für die Gemeinde Nikitsch (gut 1.400 Einwohner), in der Kroatisch-Minihof, der Heimatort von Asyllandesrat Norbert Darabos (SPÖ), liegt.

Ebenso Null lautet die Zahl an Asylwerbern in den Heimatgemeinden von Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP), Helfenberg und Ahorn. Deutlich besser im Rennen ist dagegen die Heimatgemeinde von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP): Klosterneuburg beherbergt 252 Flüchtlinge, das entspricht einer Quote von 0,95 auf 100 Einwohner.

Auch viele Tourismus-Gemeinden beherbergen keine Flüchtlinge

Die Politiker-Gemeinden ohne Flüchtlinge sind freilich keine Ausnahmen. Selbst bekannte Tourismus-Gemeinden, die Gäste aus fremden Ländern gewohnt sein sollten, wie beispielsweise Velden (etwa 8.800 Einwohner), Stainz (mehr als 8.500 Einwohner), Längenfeld im Ötztal (rund 4.400 Einwohner), Mayrhofen (knapp 3.900 Einwohner), Großarl (mehr als 3.800 Einwohner), Wagrain (gut 3.000 Einwohner), Saalbach-Hinterglemm (knapp 2.900 Einwohner), Pörtschach (etwa 2.700 Einwohner), Haus im Ennstal (2.400 Einwohner) oder Mellau (knapp 1.300 Einwohner) beherbergten laut der Aufstellung keinen einzigen Flüchtling.

Weniger bekannte Groß-Gemeinden wie Hall in Tirol (knapp 13.600 Einwohner), Völkermarkt (11.000 Einwohner) oder Rum (9.000 Einwohner) kennen ebenfalls keine Flüchtlinge, und auch Gemeinden wie Spittal/Drau mit vier Asylwerbern bei mehr als 15.000 Einwohnern bekleckern sich nicht mit Ruhm.

Nicht besser sieht es etwa in Stockerau aus, wo bei mehr als 16.000 Einwohnern sieben Flüchtlinge untergebracht sind. Purkersdorf und Deutsch-Wagram mit rund 9.000 Einwohnern haben gar keine Asylwerber in den Gemeinden, werden dies aber laut ORF demnächst ändern.