Erstellt am 26. April 2012, 11:50

Zwei Milliarden Sparpotenzial bei Spitälern. Die von der Politik angestrebten Einsparungen von zwei Milliarden Euro im Spitalsbereich könnten durch verstärkte Zusammenarbeit im Gesundheitswesen erzielt werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts für Höhere Studien (IHS) im Auftrag der Vinzenz-Gruppe, die am Donnerstag präsentiert wurde.

Diese Potenzial könnte nicht nur ohne Einschränkungen für die Patienten erzielt werden, es könnte damit sogar die Qualität der Versorgung verbessert werden, meinten IHS-Experte Thomas Czypionka und Michael Hanisch, der Geschäftsführer der Vinzenz-Gruppe, in einer gemeinsamen Pressekonferenz.

Laut der Studie können auch kleine Spitäler wirtschaftlich effizient arbeiten, wenn Kooperationsmodelle umgesetzt werden. Dies sei dann auch eine Alternative zur Schließung von Standorten betonte Hanisch. So könnten kleine Spitäler in Krankenhausverbünden beispielsweise jene Leistungen bündeln, die nicht direkt mit der Behandlung der Patienten zu tun haben - also etwa gemeinsame Labors und Radiologien sowie Einkauf, Wäscherei, Reinigung und weitere Leistungen. Dadurch entstehen "virtuelle Großspitäler", die wirtschaftlich wie ein großes Einzelspital funktionieren, aber auf mehrere Standorte verteilt sind.

Als Beispiel einer bereits funktionierenden Kooperation führte Hanisch die fünf Spitäler seiner Vinzenz-Gruppe in Wien an. Das Orthopäische Spital Speising, des St. Josef-Spital, das Krankenhaus Göttlicher Heiland, das Herz-Jesu-Spital und jenes der Barmherzigen Schwestern hätten bereits Spezialisierungen vorgenommen und alles zentralisiert, was der Patient nicht unmittelbar spürt. Durch die damit erfolgte Schaffung eines "virtuellen Spitals" habe man bereits rund acht Millionen Euro pro Jahr eingespart.