Erstellt am 25. März 2015, 06:55

von Wolfgang Millendorfer und Michael Pekovics

Zweikampf an der Spitze. Im Wahlkampf kommt es zwischen dem Landeshauptmann und seinem Vize zu immer schärferen Tönen. Nach internen Wahlen sitzen beide Parteichefs fest im Sattel.

Landeschef Hans Niessl: »Am 31. Mai geht's wirklich um alles!«  |  NOEN, BVZ
Die ÖVP wirft der SPÖ vor, einen Wahlkampf-Frühstart hingelegt zu haben; im Gegenzug spricht die SPÖ von „blank liegenden Nerven“ bei der Volkspartei. Je näher der Wahltermin rückt, umso mehr spitzt sich das Match zwischen Landeshauptmann Hans Niessl und Vize.

Aufbruchsstimmung beim Landesparteirat

Franz Steindl zu. Rückhalt aus den Parteien gibt es auf beiden Seiten: Niessl wurde zuletzt von den SPÖ-Delegierten mit 100 Prozent als Spitzenkandidat bestätigt, Steindl mit 98,1 Prozent als ÖVP-Parteichef.

Aufbruchsstimmung in Richtung Wahlkampf herrschte bereits beim SPÖ-Landesparteirat vor zwei Wochen. In seiner Rede an das versammelte Team warnte Niessl vor der „kunterbunten Koalition“ unter Steindl (siehe unten) und zog „klare Trennlinien“ zu den Freiheitlichen und den Grünen. NEOS und das Bündnis Liste Burgenland wurden dabei nicht erwähnt.

„SPÖ betreibt Hetze, arbeiten ist unmöglich“

Noch schärfer trat Steindl am ÖVP-Parteitag am vergangenen Samstag auf. Zuerst Lob für die geleistete gemeinsame Arbeit, dann ein Plädoyer für „den burgenländischen Weg der Zusammenarbeit“, der aber „vor der Wahl mit dieser nervösen und bissigen SPÖ nicht möglich ist“, und am Ende eine Breitseite gegen „die Politik des Populismus von der SPÖ, die alles tut, um die FPÖ rechts zu überholen“: „Diese Hetze gegen Ausländer wird sogar in der SPÖ als ‚rechte Rülpser‘ bezeichnet. Diese Art von Politik lehnen wir ab“, stellte Steindl klar.

Doch weder stellte er den Anspruch auf den Landeshauptmann-Sessel, noch legte er sich auf ein konkretes Wahlziel fest. Das übernahm dann Vizekanzler Reinhold Mitterlehner in seiner Rede: „Wenn wir stärker werden, können wir es noch besser machen. Und der Franz macht’s einfach gut.“