Erstellt am 05. März 2013, 12:09

Zweistufige Zulassungsverfahren für Studienplatz. Der mit dem kommenden Wintersemester startende Testlauf zur Studienplatzfinanzierung in den Studienfeldern Architektur, Biologie, Informatik, Pharmazie und Wirtschaftswissenschaften bringt für Studienwerber zahlreiche Neuigkeiten.

Die Unis haben sich zwar auf je nach Studienfeld einheitliche Fristen und Aufnahmeverfahren geeinigt - im Detail wird die Sache aber unübersichtlich. So sind die für die Lehre zuständigen Vizerektoren etwa nicht sicher, ob es aufgrund der nun vorgesehenen Anmeldeverfahren und der hohen Zahl an mindestens anzubietenden Studienplätzen überhaupt Aufnahmeprüfungen geben wird. Außerdem machen nicht alle Unis in allen Fächern mit.

Klar sind einmal die Fristen: Wer im kommenden Studienjahr ein Studium in den betroffenen Fächern beginnen will, muss sich grundsätzlich bereits im Frühjahr bzw. Sommer dafür registrieren. Einige Unis werden aber nicht in allen möglichen Fächern zu Aufnahmeverfahren greifen: Die Uni Salzburg verzichtet voraussichtlich ganz darauf, die Unis Linz, Klagenfurt und Innsbruck sehen in der Informatik, der Biologie und Pharmazie davon ab, hieß es in einem Hintergrundgespräch der Universitätenkonferenz (uniko).

Die Anmeldeverfahren nach der an allen Unis nötigen Online-Registrierung sind immer zweistufig: Zunächst ist - je nach Uni unterschiedlich - entweder ein elektronischer Self-Assessment-Test (SAT) zu absolvieren oder ein Motivationsschreiben zu verfassen, das ebenfalls online zu erstellen ist. Zweck der Übung ist es, dass die Studienwerber zunächst einmal über ihre Studienwahl reflektieren.

Ab jetzt wird es kompliziert: Haben sich an einer Uni weniger Studienanfänger registriert als die gesetzlich festgelegte Zahl an Studienplätzen, können die Plätze von Studenten aufgefüllt werden, die an einer anderen Uni keinen Platz bekommen haben. Dazu gibt es dann im Anschluss an die Registrierungsfrist eine "Nachregistrierungspflicht".

Die eigentlichen Aufnahmeverfahren in Form von schriftlichen Prüfungen finden ebenfalls nur dann statt, wenn die Zahl der registrierten Studienwerber die über ganz Österreich gesetzlich bzw. für die einzelnen Standorte im Verhandlungsweg zwischen Ministerium und Unis festgelegte Mindestzahl an Studienplätzen übersteigt. Im Extremfall würden am Prüfungstag die Studienwerber in dem Moment nach Hause geschickt, in dem klar ist, dass weniger antreten als Plätze zur Verfügung stehen.

Die zuständigen uniko-Vizerektoren lassen wegen all dieser Unsicherheiten kein gutes Haar an der Ausgestaltung des Testlaufs zur Studienplatzfinanzierung. Die Mindestzahl an Studienplätzen, die die Unis anbieten müssen, sei "viel zu hoch", so der Vizerektor der Technischen Universität (TU) Wien, Adalbert Prechtl. "Das hat mit realen Kapazitäten nichts zu tun."