Erstellt am 09. Juli 2011, 11:23

130 Mio. Euro Finanzloch im Pensionsfonds. Der Pensionsfonds der Wirtschaftskammer hat in den vergangenen vier Jahren rund 130 Mio. Euro an veranlagtem Kapital eingebüßt. Für die daraus entstehende Deckungslücke müsse die Wirtschaftskammer (WKÖ) "aus dem laufenden Budget, also mittels Kammerbeiträgen" aufkommen.

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Das berichtet das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner aktuellen Ausgabe. Die Wirtschaftskammerorganisation hat sich verpflichtet, für rund 1.400 ehemalige Mitarbeiter über den Fonds eine Zusatzpension von 70 Prozent des Letztbezugs auszuzahlen. Der Fonds war Ende der 1990er ausgegliedert worden. Das in ihm veranlagte Kapital belief sich laut "profil"-Darstellung 2006 noch auf 451, Ende 2010 nur mehr auf 318,7 Millionen Euro. Die Wirtschaftskammer-Pensionskasse für rund 5.000 aktive und in den letzten Jahren pensionierte Kammermitglieder habe in den vergangenen fünf Jahren etwa sechs Millionen Euro verloren, das Kapital sei von 149 auf 143 Mio. Euro geschrumpft. Wie berichtet finden deswegen Verhandlungen zwischen Wirtschaftskammerorganisation und Betriebsrat statt. Pensionisten der Pensionskassa drohen der Kammer mit einer Klage. Deren Anwalt schätzt die Unterdeckung in der Kassa alles in allem auf 100 bis 150 Mio. Euro. Sowohl Fonds als auch Kassa mussten zuletzt durch Fehlveranlagungen in die insolvente Immobilienfirma R-Quadrat Verluste in Millionenhöhe verbuchen. Der weitaus größte Teil der Finanzlöcher kam freilich dadurch zustande, dass die Renditen der vergangenen zehn Jahre weitaus geringer ausgefallen sind als bei der Konstruktion von Fonds und Pensionskasse budgetiert worden waren.