Erstellt am 28. Januar 2012, 15:06

186.000 Euro von Telekom zu Grasser-Firma. Der Lobbyist Peter Hochegger soll im Laufe des Jahres 2007 insgesamt 186.000 Euro über seine Valora Unternehmensberatung und -beteiligung AG an die Valora Solutions Projektbegleitung GmbH überwiesen haben, an der auch Karl-Heinz Grasser und Walter Meischberger beteiligt waren.

Das Geld sei "mit hoher Wahrscheinlichkeit" von der Telekom Austria gekommen, berichtet das Nachrichtenmagazin "profil".

Die Telekom sei damals der einzige Kunde von Hocheggers Valora AG gewesen. Bereits um den Jahreswechsel 2008/2009 habe die Wirtschaftsprüferkanzlei KPMG die Geschäfte der Telekom mit den Lobbyisten Hochegger und Alfons Mensdorff-Pouilly untersucht, berichtet "profil" weiter. Vorstand und Aufsichtsrat der Telekom seien über die Erkenntnisse der Untersuchung unterrichtet worden, hätten jedoch keinen Handlungsbedarf gesehen. Die Behörden hätten erst im Juli 2011 von der Existenz dieses Berichts erfahren, und zwar nach Aussagen des ehemaligen Telekom-Managers Gernot Schieszler.

"profil" ist dem Bericht zufolge im Besitz eines mit 18. Juli 2011 datierten Schreibens des Bundesamts zur Korruptionsbekämpfung (BAK) an die Staatsanwaltschaft Wien, in dem die mangelnde Kooperationsbereitschaft der Telekom mit den Ermittlern thematisiert wird. Das Büro von Telekom-Chef Hannes Ametsreiter ließ auf "profil"-Anfrage ausrichten, dass die "Prüfung seitens KPMG keine Beanstandungen ergeben" und KPMG die betreffenden Unterlagen über die Beratungsaufträge inzwischen der Staatsanwaltschaft übergeben habe.

"profil" veröffentlicht nun auch den im März 2008 geschlossenen Beratervertrag mit Mensdorff-Pouilly, der dem Lobbyisten 1,1 Mio. Euro einbrachte. Offiziell sollte Mensdorff die Telekom bei Akquisitionen in Osteuropa beraten, tatsächlich dürfte es sich um eine verspätete Provision aus dem Blaulichtfunk-Projekt "Tetron" gehandelt haben, heißt es in dem Bericht. Berichtet wird auch vom Verdacht, die Telekom habe den Europawahlkampf der FPÖ 2004 mit 500.000 Euro unterstützt. Dies gehe aus einem Dossier der Staatsanwaltschaft Wien hervor.