Erstellt am 17. Dezember 2010, 08:31

2011 wird ein teures Jahr. Das Leben wird für die Österreicher im neuen Jahr kostspieliger. Das Sparpaket beschert vor allem den Familien, den Studenten sowie den Behinderten Kürzungen. Teurer werden insbesondere das Autofahren, das Fliegen und das Rauchen, die Sparer bekommen für ihr Geld noch weniger Zinsen.

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Für die Familien gibt es weniger Geld vom Staat. Ab. 1. Juli wird die Familienbeihilfe für Studierende nicht mehr bis zum 26., sondern nur noch bis zum 24. Geburtstag ausbezahlt. Für lange Studien, Präsenz- und Zivildiener sowie für Mütter gibt es den Bezug noch ein Jahr länger. Zudem wird die 13. Familienbeihilfe im September gestrichen, stattdessen wird nur mehr ein Fixbetrag von 100 Euro für 6- bis 15-jährige Kinder ausbezahlt. Zusätzlich wird der Mehrkindzuschlag für das dritte und jedes weitere Kind ab 1. Jänner von 36,40 auf 20 Euro pro Monat gekürzt. Der Alleinverdienerabsetzbetrag für Ehepaare, die keine Kinder (mehr) zu betreuen haben, wird mit 1. Jänner gestrichen. Positives gibt es für die Väter unter den Beamten zu berichten, die mit einem "Papa-Monat" bis zu vier Wochen nach der Geburt ihres Kindes ohne Bezahlung zu Hause bleiben können.

Einschnitte bringt das neue Jahr auch für Behinderte und pflegebedürftige Menschen. Der Zugang zu den Pflegestufen 1 und 2 wird erschwert, indem der monatliche Pflegebedarf erhöht wird, der Voraussetzung für den Bezug ist. Dafür wird das Pflegegeld in der Stufe 6 um 18 Euro auf 1.260 Euro monatlich angehoben. In allen anderen Stufen bleibt die Höhe des Pflegegeldes unverändert.

Zur Kasse geben werden die Autofahrer. Durch die Anhebung der Mineralölsteuer (MöSt) wird Diesel um 6 Cent und Benzin um 4,8 Cent teurer. Im Gegenzug steigt die Pendlerpauschale um 10 Prozent. Mit 1. März erhöht sich auch die Normverbrauchsabgabe (NoVA) für den Kauf von Autos je nach Schadstoffausstoß um 50 bzw. 75 Euro. Der Preis der Autobahnvignette wird um 0,4 Prozent auf 76,50 Euro angehoben. Zudem werden auch noch die Strafen für Raser unter den Autofahrern verschärft. Der Führerschein wird je länger entzogen, umso schneller man fährt.

Teurer wird auch das Fliegen. Die neue Flugticketsteuer gilt für Ticketkäufe ab 1. Jänner und Flüge ab 1. April 2011 und macht auf Kurzstrecken 8 Euro, auf Mittelstrecken 20 Euro und bei Langstreckenflügen 35 Euro aus. Wer die Abgabe nicht zahlen will, sollte seinen Flug noch bis Ende des Jahres buchen und zahlen - oder vor dem 1. April fliegen.

Und auch die Raucher werden tiefer ins Geldbörsel greifen müssen. Ab Jänner werden die Zigaretten um 15 bis 20 Cent teurer. Ab Juli stehen dann noch einmal Erhöhungen von 5 bis 10 Cent an. Grund dafür ist die von der Regierung beschlossene Tabaksteuererhöhung, die Sprünge sowohl im Jänner als auch im Juli vorsieht. Dafür wird die 200-Stück-Regelung gekippt. Das heißt, dass künftig innerhalb der EU wieder 800 Stück Zigaretten (vier Stangen) importiert werden dürfen.

Nur ein bisschen teurer wird das Kranksein. Die Rezeptgebühr wird um zehn Cent auf 5,10 Euro erhöht, die Höchstbeitragsgrundlage um 90 Euro auf 4.200 Euro, womit Menschen mit höherem Einkommen höhere Sozialversicherungsbeiträge zahlen müssen. In der Justiz werden für Bürger und Unternehmen die Gerichtsgebühren erhöht, dafür wird es etwas weniger "Service" an den Gerichten geben.

Aber auch wer sein Geld angelegt hat, bekommt künftig weniger dafür. Von den Kursgewinnen auf Wertpapiere knabbert der Fiskus ab nächstem Jahr ein Viertel weg. Die Vermögenszuwachssteuer in der Höhe von 25 Prozent gilt für ab Jahresanfang gekaufte Wertpapiere, die Besteuerung gilt aber faktisch erst im Oktober. Inwieweit die Bankkunden die Bankenabgabe, die die Branche mit insgesamt 500 Millionen Euro belastet, spüren werden, ist noch unklar. Fest steht aber schon, dass der staatliche Zuschuss zum Bausparen von 3,5 auf 3,0 Prozent und für die Zukunftsvorsorge von 9,0 auf 8,5 Prozent sinkt.

Das alles bedeutet, dass die Österreicher wohl den Gürtel enger schnallen müssen, denn die Lohnerhöhungen werden das alles nicht auffangen. So bekommen die Metaller eine Erhöhung der Mindestlöhne um 2,5 Prozent und der Ist-Löhne um 2,3 Prozent. Die Löhne der Handelsangestellten steigen um 2 bis 2,3 Prozent, die Gehälter der Beamten um durchschnittlich 1,03 Prozent. Besserverdienende Bundesbahner müssen sich überhaupt mit einer Null-Lohnrunde begnügen. Auch Pensionen über 2.310 Euro werden gar nicht erhöht, darunter gibt es bis zu einer Höhe von 2.000 Euro 1,2 Prozent, dazwischen etwas weniger.

Empfindlich teurer wird der Nachkauf von Schul- und Studienzeiten für die Pension. Pro Monat muss man künftig 957,60 Euro berappen, statt bisher 312,66 bzw. 624,72 Euro. Wer eine Invaliditätspension antreten will, muss künftig immer zunächst einen Antrag auf Rehabilitation einbringen.