Erstellt am 29. Januar 2013, 14:55

2012 erstmals mehr faule Kredite in Österreich. 2012 ist die Anzahl der faulen Kredite in Österreich erstmals gestiegen. Das sagte RBI-Chef Herbert Stepic in einem Interview mit dem "WirtschaftsBlatt".

"Das ist eine typische Erscheinung einer lang andauernden Krise, bei der es am Schluss auch große Firmen erwischt, die zwar lange durchhalten konnten, aber irgendwann gehen auch deren Reserven zu Ende."

"Das sind dann relativ große Wertberichtigungen", so Stepic. Auch diese Phase werde aber hoffentlich bis Ende des Jahres zu Ende gehen. Für die Bankenbranche erwartet der Chef der börsenotierten Raiffeisen Bank International, dass die Banken in Westeuropa mittelfristig Eigenkapitalrenditen von 7 bis 8 Prozent erwirtschaften werden, in guten Jahren bis zu 10 Prozent.

In Osteuropa seien zwischen 12 und 15 Prozent möglich, wobei er RBI am oberen Ende dieser Bandbreite sieht: "Unser mittelfristiges Ziel für die nächsten fünf Jahre sind 15 Prozent - eben weil wir Russland mit dabei haben."

An eine teilweise Rückzahlung der 1,76 Mrd. Euro Staatshilfe im laufenden Jahr denkt man bei der Raiffeisen Bank International offenbar weiter nicht. "Wir haben jetzt über zehn Prozent Kernkapitalquote und können uns damit gut bewegen. Es macht durchaus Sinn, das Partizipationskapital auch weiterhin zu nutzen, denn bis dahin werden wir in einen vollen Marktaufschwung kommen, bei dem eine Kapitalerhöhung locker möglich sein wird", wird Stepic zitiert.

Daran, dass die RBI auch für das abgelaufene Geschäftsjahr eine Dividende zahlen wird, lässt Stepic keinen Zweifel aufkommen. "Es hat bisher noch kein Jahr gegeben, für das die RBI keine Dividende gezahlt hat."