Erstellt am 17. Januar 2013, 18:33

229 von 342 Flügen gecancelt. Rund zwei Drittel der für Donnerstag bis 16.00 Uhr geplanten Starts und Landungen am Flughafen Wien-Schwechat sind wetterbedingt ausgefallen.

APA11021912 - 17012013 - SCHWECHAT - …STERREICH: Starke Schneefälle haben am Donnerstag, 17. Jänner 2013, im Osten …sterreichs zu einem massiven Wintereinbruch geführt. Auf dem Flughafen Wien-Schwechat wurden durch den Schneefall Flüge abgesagt und verschoben. Im Bild: Wartende Passagiere vor einem Airline-Schalter am Flughafen Wien-Schwechat. APA-FOTO: ROBERT JAEGER  |  NOEN, ROBERT JAEGER (APA)
Insgesamt 113 Flüge konnten stattfinden - teilweise mit erheblichen Verzögerungen, sagte Flughafensprecher Peter Kleemann. Grund für die Ausfälle waren starke Schneefälle. Am Vormittag wurden Landungen gänzlich verboten. Ab 20.00 Uhr sollen sie jedoch wieder in eingeschränktem Ausmaß möglich sein.

Laut dem Sprecher hat es heute am Flughafen binnen 15 Stunden rund 40 Zentimeter geschneit. Das habe es in Wien zuletzt vor 26 Jahren gegeben, sagte Kleemann und berief sich dabei auf Zahlen der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). Die verzeichnete im Jahr 1986 in Mariabrunn eine Neuschneehöhe von 45 Zentimeter binnen 24 Stunden. 30 Zentimeter weiße Pracht fielen auf der Hohen Warte im Jahr 2005.

Keine Auskunft konnte Kleemann darüber geben, wie viele Passagiere betroffen waren. Es gebe hierfür keine "Informationen in Echtzeit" sagte Kleemann und verwies diesbezüglich auf die Fluglinien.

Die meisten Passagiere am Flughafen Wien - rund 50 Prozent - werden von der AUA abgefertigt. Für Österreich standen bei der heimischen Fluglinie am Donnerstag insgesamt 325 Flüge am Plan und 145 konnten bis zum frühen Abend durchgeführt werden. Richtung Wien kommende AUA-Flüge wurden nach Graz und Linz umgeleitet. Laut dem Airline-Sprecher Peter Thier waren gut 10.000 Passagiere von den Ausfällen betroffen. Aufgrund der gebesserten Wetterbedingungen rechnet die AUA damit, noch ungefähr zehn Flüge durchführen zu können.

"Wir gehen davon aus, dass sich die Lage über Nacht entspannt", sagte Thier, "dennoch wissen wir aber jetzt schon, dass wir morgen zwei Flüge nicht durchführen werden können." Das betrifft Morgenmaschinen nach Kopenhagen und London. Bei den anderen Flügen soll es morgen zu keinen Ausfällen kommen.

Bereits am Donnerstagvormittag wurden vom Flughafen und der AUA sowohl Passagieren als auch Abholenden geraten, vor der Fahrt zum Flughafen bei ihrer Fluglinie den Flugstatus zu überprüfen. Die Wartenden am Flughafen verloren zunehmend die Geduld, am Nachmittag machten sich Erschöpfung und Resignation breit. Während die Check-in-Schalter verwaist waren, herrschte bei den Umbuchungen, in den Cafes und vor dem Informationsschalter reges Treiben. Auf den Anzeigetafeln dominierten dort, wo sonst Uhrzeiten um die Wette leuchten, die Worte "cancelled" und "delayed". Nur selten blinkte ein schüchternes "boarding" auf.

"Ich kann nicht verstehen, warum sie es nicht schaffen, die Landebahnen frei zu räumen, wo sie doch schon länger wissen, dass Schnee kommt", ärgerte sich ein österreichischer Urlauber. Er gehörte zu einer Gruppe von 30 bis 40 Passagieren, die eigentlich nach Tunis hätten fliegen sollen. Doch daraus wurde nichts. Stattdessen wurden Busse organisiert, die die Fluggäste via Brünn nach Prag bringen sollten. "Viel Hoffnung, dass wir heute noch nach Tunis kommen, habe ich nicht", sagte einer der Betroffenen, zumal die Straßen nach Prag auch nicht gerade schneefrei sein dürften.

Zahlreiche "Gestrandete" ließen sich am späteren Nachmittag bereits auf ihren Gepäckstücken nieder, andere saßen am Boden. Die Tatsache, dass auf den Anzeigetafeln weiterhin keine Abflugzeiten zu sehen waren, sondern lediglich Absagen, trug auch nicht gerade zur Aufmunterung bei.

"Also ich bin sehr sauer, weil ich schon den ganzen Vormittag warten musste und bis jetzt noch nichts erfahren habe", machte sich eine US-Amerikanerin auf der Heimreise am Nachmittag Luft. "Ich gehe jetzt einmal Mittagessen, um mich zu beruhigen."