Erstellt am 16. Juli 2011, 11:03

350 Millionen fehlen im Pensionsfonds der WKÖ. Die Probleme der Wirtschaftskammer mit ihrem Pensionsfonds dürften noch größer sein als bisher angenommen. In dem Fonds klafft ein Loch von über 350 Millionen Euro, um in den nächsten Jahrzehnten die Pensionen jener 1.500 Anspruchsberechtigten zu decken, denen laut Einzelverträgen 70 Prozent des zuletzt bezogenen Gehalts als Ruhegenuss zustehen.

Das geht laut der am Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" aus dem von der Wirtschaftsprüfungskanzlei KPMG durchgeführten "Jahresabschluss 2010" hervor. Demnach müsste das "versicherungsmathematische Deckungskapital" 678,9 Millionen betragen. Im Pensionsfonds der Wirtschaftskammer lagen Ende 2010 aber lediglich 318 Millionen Euro.

Josef Moser, Vorstand des Pensionsfonds, erklärt dazu: "Der Fonds wird diese Deckung nie erreichen." Darauf sei er auch "nicht ausgerichtet". Immer mehr Körperschaften der Kammer, die ihr Vermögen in dem Fonds veranlagt haben, würden Pensionen mittlerweile aus dem laufenden Budget zahlen.

In der Vorwoche hatte "profil" bereits berichtete, dass der WK-Pensionsfonds für vor 1997 in den Ruhestand getretene Mitarbeiter seit 2006 rund 130 Mio. Euro an Aktiva verloren hat. Nach Darstellung des Fonds geht die Reduktion der Bilanzsumme hauptsächlich auf Auszahlungen an Anspruchsberechtigte zurück. Der Fonds räumte aber Netto-Veranlagungsverluste von 15 Mio. Euro im Zeitraum zwischen 2005 und 2010 ein.

Der Pensionsfonds hatte rund 3,6 Mio. Euro in drei Wertpapiere von Immogesellschaften rund um die insolvente R-Quadrat investiert. Die Wirtschaftskammer Wien ist mit knapp 10 Mio. Euro exponiert, die Pensionskasse angeblich mit etwa 6 Millionen.