Erstellt am 09. Mai 2013, 09:49

4,5 Prozent weniger Fertigteilhäuser 2012. Die Nachfrage nach Fertigteilhäusern in Österreich war 2012 rückläufig. Der Umsatz der Branche stieg aber dank der Exportgeschäfte um 0,5 Prozent auf 516 Mio. Euro.

Die heimische Nachfrage nach Einfamilienfertighäusern ist 2012 zurückgegangen. Laut Österreichischem Fertighausverband (ÖFV), der eigenen Angaben zufolge rund 60 Prozent des Marktes repräsentiert, betrug der Rückgang gegenüber dem Jahr davor 4,5 Prozent. Insgesamt sei die Zahl der Fertigteilgebäude, die in Österreich nach Ö-Norm errichtet wurden, von 4.508 auf 4.320 gesunken. ÖVG-Geschäftsführer Christian Murhammer führt das unter anderem auf die angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt zurück. Viele ließen ihr Geld zur Sicherheit auf der hohen Kante.

Dank der erhöhten Zahl von großvolumigen Wohngebäuden (plus 15 Prozent im Inland, plus 115 Prozent im Ausland) und einer Exportsteigerung (plus 7,5 Prozent bei Einfamilienhäusern), habe die Branche unter dem Strich aber ein stabiles Jahr hinter sich, sagte Murhammer zur APA. Der Umsatz der Verbandsmitglieder habe sich 2012 um 0,5 Prozent auf 516 Mio. Euro geringfügig erhöht.

Die meisten Einfamilienhäuser bauten die Verbandsmitglieder in Niederösterreich, gefolgt von Wien und der Steiermark. Am wenigsten gefragt waren Fertigteilhäuser im Vorjahr in Vorarlberg und Kärnten.

2012 wurden in Österreich den Verbandsschätzungen zufolge rund 16.000 Einfamilienhäuser errichtet - der Marktanteil vorgefertigter Häuser betrage 31 Prozent. Der Marktanteil der Fertighäuser, die der Ö-Norm entsprechen, liege einer Hochrechnung zufolge bei 27 Prozent.

Leichte Steigerungen verzeichneten die Anbieter bei der Nachfrage nach Niedrigenergiehäusern (plus 1,5 Prozent). 90,5 Prozent aller Einfamilienhäuser würden bereits in dieser Kategorie ausgeführt. Demgegenüber ging der Anteil der Häuser mit Passivhausstandard um 0,30 Prozentpunkte weiter leicht zurück. Der Anteil beläuft sich hier auf nur 2,7 Prozent.

Für heuer rechnen die Fertigbauanbieter mit einem weiterhin stabilen Jahr dank erneuter Exportsteigerungen. Angesichts des wirtschaftlichen Umfeldes stehe die Baubranche freilich "Kostenherausforderungen" gegenüber, so Murhammer. "Allerdings entwickeln sich die Firmen in unserem Segment dank der drei Standbeine - Einfamilienhäuser, großvolumiger Fertigbau und Export - stabil, das gleicht sich aus."

Es gebe für 2013 "keine Hinweise auf größere Einbrüche". Die Auslastungen seien über Monate hinaus gesichert. "Es gibt nur sicher nicht mehr diese Steigerungen von 8 bis 10 Prozent der Jahrtausendwende." Mit der Arbeitsplatzsituation werde sich das sicher wieder ändern - "aber sicher nicht heuer".