Erstellt am 12. Dezember 2012, 11:25

40 Prozent der säumigen Schuldner sind unter 30. Junge Menschen, vor allem Männer, die in Städten leben, sind die größten Zahlungsmuffel. Die "idealen" Schuldner sind hingegen älter, weiblich und leben am Land, ergab eine Erhebung des IS Inkasso Service.

Demnach sind 40 Prozent aller säumigen Schuldner jünger als 30 Jahre. Gerade jungen Menschen mangle es an Eigenverantwortung, sie übernähmen sich oft mit ihren Ausgaben.

"Oft geht es um den sogenannten Statuskonsum - Jugendliche kaufen sich Dinge, um dazuzugehören. Aber auch ein schlechtes Vorbild des Elternhauses und die unzureichende Thematisierung des Umgangs mit Geld und Schulden in den Schulen spielen eine große Rolle", so IS-Geschäftsführer Thomas Hampf. Pünktliches Zahlen werde für junge Leute immer weniger wichtig. Früher sei das eine "selbstverständliche Tugend" gewesen.

Tatsächlich scheint die Zahlungsmoral eine Altersfrage zu sein. Mit Abstand am besten zahlen die Über-60-Jährigen, geht aus IS-Inkasso-Daten von 54.000 säumigen Schuldnern hervor. Ihr Anteil liegt bei nur 7 Prozent. Knapp ein Viertel der säumigen Zahler ist zwischen 31 und 40 Jahre, 19 Prozent finden sich in der Altersklasse 41 bis 50 und jeder Zehnte ist zwischen 51 und 60 Jahre alt.

Dass ältere Personen vergleichsweise seltener Schuldenprobleme haben, zeigen auch Zahlen der Schuldenberatungsdachorganisation asb. Vor allem die 51- bis 60-Jährigen waren im Vorjahr unter den Klienten der staatlich anerkannten Schuldnerberatungen wesentlich schwächer vertreten als in der Gesamtbevölkerung (13,4 gegenüber 22 Prozent). Ansonsten entspricht die Altersstruktur der verschuldeten Menschen, die sich professionelle Hilfe holen, aber in etwa der Gesamtbevölkerung, heißt es im asb-Schuldenreport.

Erhoben wurde auch, dass Männer viel häufiger nicht zahlen als Frauen (61 gegenüber 39 Prozent). Ein weiterer Faktor ist der Wohnort. In Städten ist die Zahlungsmoral schlechter als am Land, Grund dafür sind laut Inkasso Service "die dort herrschende Anonymität sowie die zahlreichen Konsumangebote und die damit verbundenen Versuchungen."