Erstellt am 18. Mai 2011, 00:00

75 Millionen fehlen noch. STEUERGELD / Burgenländische Firmen schulden dem Staat viel Geld. Etwa die Hälfte davon ist schwer oder ganz uneinbringlich.

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VON DORIS SEEBACHER

Österreichweit schulden die Unternehmen dem Staat 1,34 Milliarden Euro an Steuergeld. 75 Millionen Euro davon sind von burgenländischen Betrieben – mit Stand Ende 2010 – noch ausständig. Bei etwa der Hälfte davon wird der Staat möglicherweise keinen Cent mehr sehen, denn dabei handelt es sich um Fälle, die beispielsweise vom Konkurs betroffen sind, bei denen Rechtsmittelverfahren laufen oder Zahlungsaufschub gewährt wurde.

69 Millionen Euro wurden  durch Prüfung „gefunden“

2150 Steuerprüfungen führten die 50 Betriebsprüfer im Außendienst im Vorjahr im Burgenland durch. Insgesamt wurden dadurch zusätzliche 69 Millionen Euro „gefunden“. „Das sind Fälle, bei denen wir festgestellt haben, dass die Unternehmen zu wenig Steuern bezahlt haben“, erklärt Johannes Spalj, Pressesprecher im Regionalmanagement Ost des Bundesministeriums für Finanzen. Hierbei handelt es sich jedoch meist nicht um Steuerhinterziehung – der Unternehmer muss aber dennoch mit einer Steuernachzahlung rechnen.

Jedes Jahr kommt es auch vor, dass Unternehmen Selbstanzeige erstatten. Warum? „Schlechtes Gewissen oder es wird nachträglich festgestellt, dass etwas falsch berechnet wurde“, nennt Spalj die Gründe dafür.

Krise wirkt sich auf  Steuereinnahmen aus

Auch die Wirtschaftskrise hat ihre Spuren hinterlassen und wirkt sich sowohl auf das Steueraufkommen als auch auf die Abgabenrückstände aus. Das Finanzamt hat jedoch nicht vor, Unternehmen mit Steuerschulden in den Konkurs zu treiben. „Hier signalisieren wir schon ein Entgegenkommen, beispielsweise in Form von Stundung oder Ratenzahlung“, so Spalj. „Der Unternehmer muss aber signalisieren, dass er zahlungswillig ist.“

Und helfen all die Maßnahmen dann doch nicht, dann kommt der Exekutor samt „Kuckuck“ – „wobei es sich hierbei hauptsächlich um Vormerkungen im Grundbuch, um den Entzug von Typenschein oder Zündschlüssel oder um Forderungspfändungen handelt“, erklärt der Pressesprecher abschließend.