Erstellt am 15. November 2010, 14:41

A-Tec-Pleite - Banken stellen sich quer. Die Lage beim insolventen Mischkonzern A-Tec von Mirko Kovats spitzt sich dramatisch zu. Die Verhandlungen mit den Gläubigerbanken um frisches Geld oder Garantieleistungen sind gescheitert. Nun droht dem Konzern die Zerschlagung: Das bisherige Herzstück der A-Tec, die Kraftwerkstochter AE&E, die für über 60 Prozent des Umsatzes von A-Tec verantwortlich war, muss notverkauft werden.

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Die Zeit tickt: Nachdem die mehr als dreiwöchigen Verhandlungen zwischen A-Tec-Chef Mirko Kovats und den heimischen Banken gescheitert sind, wird jetzt für die Anlagenbautochter AE&E ein Käufer gesucht. Es wird mit mehreren Interessenten verhandelt. Mit einem Unternehmen aus Hongkong gibt es angeblich schon eine mündliche Vereinbarung. Seit 14:00 Uhr tagt erneut der Gläubigerausschuss. Laut Kantner, Sprecher des Gläubigerausschusses, könnten die Gespräche noch heute oder morgen abgeschlossen werden. Jedenfalls müsse man aber diese Woche zu einer Einigung kommen.

Wer der neue Eigner der A&E werden könnte, ist indes noch unklar. Unter anderem wurde dem steirischen Anlagenbauer Andritz Interesse nachgesagt, dieser wollte das heute gegenüber der APA weder dementieren noch bestätigen. Medien haben auch die japanischen Unternehmen IHI Corp und Mitsubishi Heavy Industries ins Gespräch gebracht, die aber laut Bloomberg-Meldungen von heute ihr Interesse dementiert haben.

Laut "WirtschaftsBlatt" online will ein Hongkonger Unternehmen die AE&E zu 100 Prozent und vielleicht auch noch andere Assets übernehmen. Die Firma habe eine enge Geschäftsbeziehung mit einer österreichischen AE&E-Gläubigerbank, die dann auch einen möglichen Deal einfädeln soll. Der mündlichen Vereinbarung, die angeblich schon vorliegt, solle bis heute Nachmittag ein schriftliches Agreement folgen, habe der Rechtsvertreter der Asiaten angekündigt. Die Hongkonger sollen bereit sein, kurzfristig 15 Mio. Euro in die AE&E zu pumpen und wollen angeblich in Kürze eine Due Diligence durchführen.

Wird für den Anlagenbauer ein Käufer gefunden und kommt dadurch Geld herein, könnten die Banken die Finanzierung von A-Tec fortführen und A-Tec damit überleben, so ein mit der Sachlage vertrauter Banker. Eine Insolvenz der AE&E würde hingegen "die maximale Wertvernichtung" des Unternehmens bedeuten, wie Kantner heute erneut betonte.

Bei A-Tec wusste man bis Mittag offiziell noch nichts von der Absage der Banken, wie es auf APA-Anfrage hieß. Zu dem angeblichen Interessenten auf Hongkong gab es vorerst keine Stellungnahme.

Zur Stunde tagt erneut der Gläubigerausschuss der AE&E. In die Verhandlungen mit einem Käufer ist dieser nicht involviert.
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