Erstellt am 19. Oktober 2011, 17:46

A-Tec-Treuhänder Schmidt verkaufte ATB an Wolong. Die Masse der insolventen A-Tec hat am Mittwoch den Verkauf des Motorenherstellers ATB an die chinesische Wolong bekanntgegeben. Der Kaufpreis ist noch unbekannt - sollte er aber in die Nähe des ersten Angebots bzw. der ursprünglichen Investitionspläne kommen, handelt es sich um die bisher größte chinesische Direktinvestition in Österreich.

Die Masse der insolventen A-Tec hat am Mittwoch den Verkauf des Motorenherstellers ATB an die chinesische Wolong bekanntgegeben. Der Kaufpreis ist noch unbekannt - sollte er aber in die Nähe des ersten Angebots bzw. der ursprünglichen Investitionspläne kommen, handelt es sich um die bisher größte chinesische Direktinvestition in Österreich.

Im vor drei Wochen gescheiterten Sanierungsverfahren "unter Eigenverwaltung" hatte Wolong 100 Mio. Euro geboten, wobei etwa 10 Prozent für etwaige weitere Preisminderungen beiseitegelegt hätten werden sollen. Ganz genau wurden von Matthias Schmidt 98 Prozent an der ATB an die Chinesen verkauft.

Zusätzlich zum Kaufpreis wolle man 60 Mio. Euro für Modernisierungs-Investitionen in die ATB stecken, hatte Jiangcheng Chen, Chairman des Unternehmens Anfang Oktober erklärt. Man sei an der ATB interessiert, weil man in Europa Fuß fassen wolle. Stilllegungen des österreichischen ATB-Werks in Spielberg (500 Mitarbeiter) und der deutschen Werke seien nicht geplant.

Als das bisher größte Industrie-Engagement Chinas in Österreich gilt der 2009 erfolgte Kauf der oberösterreichischen FACC durch die chinesische XAC (Xi'an Aircraft Industry). Der Kaufpreis wurde offiziell nicht bekanntgegeben, in den Betrieb sollen 60 Mio. Euro Kapital eingeschossen worden sein.

Wolong hat seinen Hauptsitz in Shangyu, Zhejiang, südlich von Shanghai. Es produziert Motoren aller Art, aber auch Transformatoren und Batterien. Die Gruppe beschäftigt 6.000 Mitarbeiter und macht einen Umsatz von 700 Mio. Euro.

Die eigenverantwortliche Investorensuche der A-Tec war am 30. September gescheitert, nachdem ein Interessent aus Pakistan abgesprungen war und keiner der Interessenten die erforderliche Summe auf das Konto des Treuhänders eingezahlt hatte. Gemäß Sanierungsplan hätten die Verkäufe 210 Mio. Euro erbringen müssen, um die mit den Gläubigern vereinbarte 47-prozentige Quote erfüllen zu können.