Erstellt am 04. April 2013, 13:41

Abverkauf bei Niedermeyer gestartet. Bei der insolventen Elektrokette Niedermeyer hat am Donnerstag der Abverkauf in jenen 53 Filialen begonnen, die nur noch bis Samstag offen haben. Der Kundenandrang war vielerorts stark.

Der Abverkauf soll noch etwas Geld in die Kasse spülen. Einen Investor braucht die marode Elektrokette trotzdem. Die Schulden belaufen sich auf 29 Mio. Euro.

In der kleinen Filiale in der Wiener Lugner City, die ebenfalls geschlossen wird, drängten sich gegen 9.30 Uhr zahlreiche Kunden durch die nicht mehr allzu vollen Regale. Handys waren komplett ausverkauft, "wir waren aber schon vorher eine Abverkaufsfiliale", erklärt ein Verkäufer.

Ähnliches Bild in der naheliegenden Filiale in der Thaliastraße: Viele Kunden, nur noch spärlich bestückte Regale. In den 53 von der Schließung betroffenen Filialen lockt Niedermeyer mit Rabatten von bis zu 50 Prozent. Gutscheine können allerdings nicht mehr eingelöst werden.

Der Abverkauf soll noch etwas Geld in die Kasse spülen, die Schulden belaufen sich auf 29 Mio. Euro. Niedermeyer-Chef Werner Weber wird in Medien mit den Worten zitiert, dass Cyberport "ein möglicher Investor" sein könnte. Niedermeyer kooperiert seit über einem Jahr mit dem Dresdner Internethändler. Konkurrent Robert Hartlauer hat laut Medienberichten Interesse an einigen Standorten, aber nicht mehr, heißt es. Die Sanierer Josef Taus und Anton Stumpf haben bereits abgewunken.

Fast 280 Beschäftigte der insgesamt 580 Mitarbeiter verlieren ihren Job. Am Samstag ist ihr letzter Arbeitstag, wenngleich Kündigungsfristen von bis zu fünf Monaten eingehalten werden müssen. Einen Sozialplan gibt es nicht. Ausnahmen gelten aber für Lehrlinge, beeinträchtigte Personen, Karenzen, Betriebsräte und Frauen, die sich in Mutterschutz befinden. Sie alle können nicht ohne Weiteres gekündigt werden. Kommende Woche finden in ganz Österreich wieder Betriebsversammlungen statt.