Erstellt am 04. Mai 2011, 07:38

Ängste und auch Vorteile. ARBEITSMARKTÖFFNUNG / Überall im Burgenland wird darüber diskutiert, wie der Arbeitsmarkt nach dem 1. Mai darauf reagiert.

Am 1. Mai war es so weit. Bürger aus acht östlichen EU-Staaten dürfen in Österreich uneingeschränkt ihre Arbeitsleistung anbieten. Landeshauptmann Hans Niessl widmete sich diesem Thema ausführlich bei den Maikundgebungen am Sonntag. Knapp 15.000 Menschen nahmen im Burgenland daran teil. Niessl verlangt strenge Kontrollen und harte Strafen, damit alle Arbeitskräfte in Österreich nach Kollektivvertrag bezahlt werden.
In einer Podiumsdiskussion, die am Grenzübergang Nickelsdorf stattfand, lud der „IGR - Zukunft im Grenzraum“ Vertreter aus dem Burgenland und aus Ungarn ein, über das Thema „Arbeitswelt im Umbruch“ zu diskutieren. „Ungarische Arbeitskräfte in Österreich haben Angst um ihren Arbeitsplatz, weil sie befürchten, durch billigere Landsleute ersetzt zu werden“, meint etwa IGR-Projektleiterin Eszter Toth.

Vorteile sieht Wirtschaftskammer-Präsident Peter Nemeth: „Der Wegfall der Beschäftigungsbewilligungen wird es den heimischen Betrieben leichter machen, zu jenen Fachkräften zu kommen, die sie schon jetzt händeringend suchen“.
Bedenken äußerte FPÖ-Klubobmann Hans Tschürtz. Denn ein Betrieb in Ungarn müsse nur ein Drittel der Lohnkosten eines heimischen Betriebes bezahlen und könne daher Dienstleistungen billiger anbieten.