Erstellt am 21. Oktober 2011, 11:00

Agrana verteidigt teureren Zucker. Der Zuckerkonzern Agrana, die Österreich zu 90 Prozent mit dem Süßstoff versorgt, hat die Zuckerpreis-Erhöhung um über ein Fünftel ab Oktober verteidigt.

Agrana-Chef Johann Marihart sagte am Freitag, Hintergrund seien höhere Rohstoffpreise auf den Weltmärkten, aber auch die Tatsache, dass man heimischen Bauern mehr für ihren Rübenanbau zahlen müsse, damit sie nicht stattdessen Getreide anbauen.

Ferner habe es in Brasilien Frost gegeben, was schlecht für die Ernte sei. Zudem gebe es einen steigenden Weltverbrauch bei Zucker: Zu den derzeit 160 Millionen Tonnen würden jährlich zwei bis drei Millionen Tonnen dazukommen.

Agrana ist bereit für die in Österreich ab Herbst 2012 erwartete nächste Anhebung der Biosprit-Beimischung. Schon derzeit produziere man in der Anlage Pischelsdorf (NÖ) eine Menge, die für einen zehnprozentigen Bioethanol-Anteil reichen würde, die Hälfte davon exportiere man aber derzeit, sagte Agrana-Chef Johann Marihart am Freitag auf der Gewinn-Messe: "Wir würden uns dann gewisse Transportkosten ersparen."

Zur nächsten Erhöhung des Biosprit-Anteils auf zehn Prozent verwies Marihart darauf, dass dazu eine Verordnung per 1. Oktober 2012 geplant gewesen sei. Vorstellbar sei für ihn eine zweijährige Übergangsfrist, womit die höhere Beimischung dann mit Herbst 2014 umgesetzt sei. Zur Agrana Bioethanol GmbH. in Pischelsdorf nennt der Konzern üblicherweise keine Zahlen, 2009/10 hatte der Umsatz 143,15 Millionen Euro betragen.

Die "technischen Probleme" mancher Autos, die als Gegenargument für mehr Bioethanol-Anteil ins Treffen geführt würden, hält Marihart für "ein hochgespieltes Thema". In Wahrheit betreffe das vielleicht 5 Prozent der Fahrzeuge, also Pkw, die älter als 15 Jahre seien. Den Slogan "Nahrungsmittel gehören auf den Teller und nicht in den Tank" lässt der Agrana-Chef in Sachen Biosprit so nicht gelten. Dieses Hunger-Teller-Tank-Argument wäre aus seiner Sicht nur dann richtig, wenn nicht mehr genug Menschen auf der Welt ernährt werden könnten. Hier gebe es nur ein Verteilungsproblem.