Erstellt am 15. Januar 2013, 14:56

Air Berlin streicht 900 Arbeitsplätze. Die kriselnde Fluggesellschaft Air Berlin, Mutter der österreichischen Fluglinie Niki, will im Rahmen ihres Schrumpfkurses jede zehnte Stelle abbauen.

Insgesamt sollten rund 900 Arbeitsplätze wegfallen, betriebsbedingte Kündigungen seien nicht ausgeschlossen, teilte Air Berlin am Dienstag mit. Die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern seien bereits eingeleitet und hätten höchste Priorität. Die Österreich-Tochter Niki (flyniki) sei von dem Stellenabbau nicht betroffen hieß es am Dienstagnachmittag aus informierten Kreisen. Auch werde es über bereits bekannte Maßnahmen hinaus keine Kürzungen des Niki-Streckennetzes geben.

Im November hatte Air Berlin mitgeteilt, dass Niki im Rahmen des Sparprogrammes "Turbine" Osteuropaflüge abgeben muss und dafür mehr touristische Ziele, insbesondere in Griechenland, anfliegen wird. Osteuropa soll verstärkt von Berlin aus bedient werden. Zugleich wird Niki bei unverändert 23 Flugzeugen künftig ausschließlich Maschinen von Airbus betreiben, hieß es damals.

Bis Ende 2014 will Deutschlands zweitgrößte Fluglinie, die seit Jahren rote Zahlen schreibt, mit mehreren Maßnahmen insgesamt 400 Millionen Euro einsparen. Ziel sei es, Air Berlin "profitabel und somit nachhaltig zukunftsfähig zu machen." Die Zahl der Flugzeuge soll noch heuer von 158 auf 142 - inklusive einer Reserve von sechs Fliegern - schrumpfen.

Air Berlin befindet sich nach einer übereilten Expansion und hohen Verlusten schon seit einiger Zeit in einer harten Sanierung. Vorige Woche hatte Airline-Chef Hartmut Mehdorn aber die Flinte ins Korn geworfen und seinen Hut genommen. Unter seiner Leitung war das Streckennetz zusammengestrichen und der Verkauf von überflüssigen Flugzeugen angestoßen worden. Sein Nachfolger ist Wolfgang Prock-Schauer, der bei der Fluglinie bislang die Streckenplanung verantwortete.