Erstellt am 30. Juli 2012, 13:56

Air France-KLM tief in roten Zahlen. Der teure Konzernumbau und hohe Treibstoffpreise haben Air France-KLM auch im zweiten Quartal tief in die roten Zahlen gerissen. Trotz deutlich gestiegener Umsätze stand unter dem Strich ein Verlust von 895 Mio. Euro, wie die zweitgrößte europäische Fluggesellschaft am Montag mitteilte. Der Fehlbetrag war damit rund viereinhalbmal so hoch wie im Vorjahreszeitraum.

Verwaltungsratschef Jean-Cyril Spinetta nutzte die schlechten Zahlen dazu, erneut Druck auf diejenigen Beschäftigten auszuüben, die dem Konzernumbau und einem massiven Stellenabbau kritisch gegenüberstehen. "Verbesserungen bei der Produktivität und den Kosten sind so notwendig wie nie zuvor", kommentierte Spinetta. Selbst wenn sich das Ergebnis zuletzt verbessert habe, sei es noch immer negativ.

Spinetta spielte damit auf den Aufwärtstrend im operativen Geschäft an. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum schrumpfte das Minus dort um 55 Prozent von 145 auf 66 Mio. Euro - unter anderem wegen höherer Ticketpreise. Im zweiten Halbjahr sollen Umstrukturierungen und Kostensenkungen noch stärker Wirkung zeigen. Im operativen Geschäft erwartet die Konzernspitze dann einen Gewinn von über 195 Mio. Euro und damit mehr als ein Jahr zuvor. Das Umbauprogramm "Transform 2015" sieht unter anderem vor, bei Air France bis Ende 2013 rund 5.100 Stellen zu streichen. Dies entspricht rund jedem zehnten Arbeitsplatz.

Auch bei der AUA-Schwester Swiss gärt es indessen beim fliegenden Personal. Flugbegleiter der schweizerischen Lufthansa-Tochter beklagen immer lauter belastende Arbeitsbedingungen. In Schweizer Medien war am Wochenende von einer Revolte innerhalb der Flugbegleitergewerkschaft die Rede. In Schweizer Zeitungen häufen sich Klagen gegen die Arbeitsbedingungen an Bord. In der "Basler Zeitung" wurde u.a. Schlafmangel beklagt.