Erstellt am 20. September 2011, 13:39

Airport Wien stellt sich auf weniger Gewinne ein. Wenn 2012 die Abschreibungen und Zinszahlungen auf den neuen Terminalbau Skylink beginnen, bedeutet das rückläufige Ergebnisse für den Flughafen Wien. Einen Aufnahmestopp und straffere Organisation haben die seit gut zwei Wochen amtierenden neuen Chefs des börsenotierten Flughafens, Julian Jäger und Günther Ofner, bereits verfügt.

Wenn 2012 die Abschreibungen und Zinszahlungen auf den neuen Terminalbau Skylink beginnen, bedeutet das rückläufige Ergebnisse für den Flughafen Wien. Einen Aufnahmestopp und straffere Organisation haben die seit gut zwei Wochen amtierenden neuen Chefs des börsenotierten Flughafens, Julian Jäger und Günther Ofner, bereits verfügt.

Im Jänner wollen sie Details vorlegen, wie bis 2015 die Produktivität um zumindest 20 Prozent angehoben werden soll. Ofner bestätigte am Dienstag bei der Antrittspressekonferenz, dass 10 bis 15 Prozent der Kosten eingespart werden könnten.

Die neuen Airport-Chefs sprachen von einem "signifikanten" Einsparungspotenzial. In allen Unternehmensbereichen müssten Kosten verringert werden - sowohl Sach- als auch Personalkosten. Kündigungen sollen vermieden werden, dieser Schritt würde nur als äußerstes Mittel - etwa im Fall eines starken Wachstumseinbruchs - eingesetzt., sagte Ofner. Er will hauptsächlich mit "natürlicher Fluktuation" auskommen, die 2 bis 3 Prozent im Jahr ausmache.

Zur Zeit hat die Flughafen Wien AG rund 4.200 Mitarbeiter. Um wie viele Köpfe es gehen könnte, wurde heute nicht gesagt. Die künftige Mitarbeiterzahl werde sehr stark davon abhängen, ob die Wachstumsziele eintreffen oder nicht.

Bisher geht der Airport davon aus, dass bis 2020 die Zahl der in Wien abgefertigten Passagiere auf rund 30 Millionen zunimmt. Dabei hat sich der Airport Wien gegen wachsende Konkurrenz der Star-Alliance-Hubs München und Zürich zu behaupten, aber auch gegen zunehmende Konkurrenz aus dem Osten. Die Flughafen-Bosse wollen jetzt auch Erträge steigen, bei den Gebühren ist der Airport allerdings schwer unter Druck.

Mittelfristig soll die Produktivität um "zumindest 20 Prozent" höher sein. Damit soll nach Vorstandsangaben der Investitions- und Wachstumskurs "ohne ausufernde Verschuldung" finanziert werden. Zur Zeit wird die Nettoverschuldung mit 700 Mio. Euro angegeben. Mehr als 600 Mio. Euro will der Flughafen bis 2015 investieren - noch ohne die Investitionen in die dritte Piste. Ihr Bau dürfte nicht vor 2015 beginnen. Eine Kapitalerhöhung schloss Ofner jedenfalls bis 2015 aus.