Erstellt am 07. März 2011, 12:23

AK beklagt Niedrigzinsen. Laut Arbeiterkammer bekommt man auf Sparbücher ohne Bindungsfrist aktuell durchschnittlich 0,125 Prozent Zinsen, was nach Abzug von Kapitalerstragsteuer (KESt) und Teuerung auf ein klares "Verlustgeschäft für die Sparer" hinausläuft.

Kritisiert werden jene Banken, die trotz der historisch niedrigen Zinsen relativ hohe Sparbuchschließungsspesen verrechnen. "Die Sparer zahlen drauf, sobald die Inflation den Zinssatz abzüglich der Kapitalertragssteuer übersteigt. Und das ist jetzt der Fall, weil die Inflation hoch ist", sagte Gabriele Zgubic, Leiterin der AK Konsumentenpolitik am Montag. Die Inflation "fresse das Ersparte auf".

Inhaber nicht gebundener Sparbücher müssen derzeit eine beträchtliche "negative Realverzinsung" hinnehmen. Unter diesem Begriff werden Perioden verstanden, in denen der Preisauftrieb höher ausfällt als die Sparzinsen. Zum Vergleich: Die aktuelle Inflationsrate beträgt 2,4 Prozent, die Zinsen auf nicht gebundene Spareinlagen liegen zwischen 0,0625 und 0,125 Prozent, wie die AK bei einem kürzlich durchgeführten Test von sechs Wiener Banken festgestellt hat. Getestet wurden Bank Austria, Erste Bank, Hypo Wien, RLB Wien, BAWAG, Volksbank Wien.

Von dem Zinsertrag zieht die Bank noch 25 Prozent Steuer ab. Die österreichischen Haushalte haben laut Oesterreichischer Nationalbank (OeNB) derzeit 62 Mrd. Euro an täglich fälligen Spareinlagen.

Die AK kritisiert, dass nur bei einem einzigen der geprüften Institute für den angegebenen Zweck (Mietkaution) ein variabel verzinstes Sparbuch mit einer Zinsanpassungsklausel angeboten wurde (Volksbank). Mit einem solchen Produkt könnte der Sparer unmittelbar von wieder steigenden Sparzinsen profitieren.

Die von drei Banken verrechneten Schließungsgebühren würden dagegen "den Zinsertrag zur Gänze auffressen". Die AK sieht im Geldmarkt erste Anzeichen für wieder steigende Zinsen.

Konkret fordert die Kammer mehr Klarheit bei der Zinsanpassung, "bei flexiblen Zinsen soll es eine für Sparer verständliche Zinsanpassungsklausel geben". Bei Niedrigstzinsen solle es darüber hinaus keine Schließungsspesen mehr geben. Sparer mit täglich fälligen Sparbüchern sollten den "Markt beobachten" und bei steigenden Zinsen neuerlich verhandeln oder ein neues Sparbuch abschließen.

Einen AK-Vergleich der Konditionen finden Sie unter "http://www.ak-bankenrechner.at")