Erstellt am 12. Dezember 2012, 13:21

AK fordert von Firmen bessere Integration Älterer. Arbeiterkammer-Vizepräsident Rudolf Kaske fordert mehr Maßnahmen für die Integration älterer und/oder kranker Menschen in den Arbeitsmarkt.

Es müsse eine gezieltere Beratung im AMS mit mehr Personal geben sowie die Gesundheitsförderung ausgebaut werden. Forderungen der ÖVP und der Industriellenvereinigung nach einem Anstieg des Pensionsalters lehnt er ab.

Vielmehr gehe es darum, das faktische Pensionsalter an das derzeit geltende Alter heranzuführen. "Unternehmen müssen mit sanftem Zwang dazu gebracht werden, ältere Personen anzustellen. Wir brauchen eine umfassende Altersstrategie, es gibt viel zu wenig Wertschätzung gegenüber älteren Mitarbeitern.

Die Firmen frönen noch immer dem Jugendkult, obwohl die Gesellschaft immer älter wird", so Kaske am Mittwoch. "Gesucht: Jung, gesund und flexibel - Welche Arbeitsmarktchancen erhalten gesundheitlich beeinträchtigte und ältere Menschen" im Wiener AK-Bildungszentrum.

Jörg Flecker von der Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitswelt wies auf das Wechselspiel von Arbeitslosigkeit und Krankheit hin. "Krankheit führt zu Arbeitslosigkeit, aber Arbeitslosigkeit führt auch zu Krankheit", warnte er. In Gesprächen mit Betroffenen würden diese immer wieder klagen, dass sie das Gefühl hätten, nutzlos zu sein. Wie dramatisch die Situation ist zeigt ein Blick in die Statistik: In der Altersgruppe der 60 bis 64-Jährigen liegt die Arbeitslosenquote bei 10,5 Prozent - bei Personen dieses Alters mit gesundheitlicher Beeinträchtigung liegt sie bei 25,6 Prozent.

Von Seiten des Sozialministeriums wird betont, dass schon sehr viel mehr Geld in die Förderung älterer und kranker Arbeitnehmer geflossen ist. "Bis 2016 werden 600 Millionen Euro zusätzlich investiert. Ziel ist, in den nächsten vier Jahren 200.000 Personen durch dieses Gesamtprogramm zu unterstützen", so Roland Sauer vom Sozialministerium.