Erstellt am 19. August 2013, 14:39

AK-Kritik an Behandlung von kranken Arbeitnehmern. Die Arbeiterkammer kritisiert auf Grundlage einer Umfrage und Erfahrungen aus ihrer eigenen Rechtsberatung den Umgang von Arbeitgebern mit ihren Mitarbeitern im Krankenstand.

Neun von zehn seien schon einmal krank in die Arbeit gegangen, häufig würden Arbeitnehmer im Krankenstand zur einvernehmlichen Lösung des Dienstvertrages gedrängt - oder sogar gekündigt bzw. entlassen.

Krank-Arbeiten: "Kollegen nicht im Stich lassen" und Angst um Job

Eine Online-Umfrage im Juni 2013 ergab, dass 90 Prozent schon einmal krank arbeiten gegangen seien, "weil sie ihre Kollegen nicht im Stich lassen wollen oder Angst um den Job haben", heißt es in der Aussendung. Knapp neun Prozent seien zumindest einmal im Zusammenhang mit Krankenstand zu einer einvernehmlichen Lösung oder Selbstkündigung gedrängt worden.

Von diesen haben 57 Prozent das Unternehmen gleich verlassen. Elf Prozent der Umfrageteilnehmer wurden im Krankenstand gekündigt oder entlassen. Auch hatten fünf Prozent im Krankenstand schon einmal Probleme mit der Fortzahlung ihrer Entgelte.

AK-Chef fordert Schutz vor Willkür

Die AK erinnert aus diesem Anlass daran, dass sie seit Jänner 2012 nur wegen Problemen rund um den Krankenstand in 444 Fällen vor Gericht gezogen sei. AK-Präsident Kaske fordert den "Schutz kranker ArbeitnehmerInnen vor der unternehmerischen Willkür".

Es sei alarmierend, dass sich viele nicht trauen, in Krankenstand zu gehen. "Kranke Menschen müssen sich auskurieren. Sie noch unter Druck zu setzen ist wirklich letztklassig".

Die Arbeiterkammer wünscht sich, dass auch bei einvernehmlichen Lösungen des Dienstvertrages der Betriebsrat verpflichtend eingeschaltet wird und eine Woche Zeit bekommt, den Fall zu beraten. Wo es keinen Betriebsrat gibt, soll es eine Woche lang ein Recht auf Rücktritt von der einvernehmlichen Lösung geben.

Auch bei einvernehmlicher Lösung des Dienstvertrages sollte die Bezahlung bis zum Ende des Krankenstandes geleistet werden. Die korrekte Entlohnung sollte strenger kontrolliert werden.