Erstellt am 28. Februar 2013, 13:31

AK-Kritik an Schwarzunternehmertum. Wer 40 Stunden pro Woche arbeitet, muss auch für diese Zeit anmeldet sein. Im Gastgewerbe sei das häufig nicht der Fall, kritisierte die Arbeiterkammer am Donnerstag vor Journalisten.

Beschäftigte sind demnach vielfach falsch angemeldet, falsch im Kollektivvertrag eingestuft und arbeiten mehr als sie eigentlich dürften.

"Das ist nicht nur ein Lohnbetrug, sondern auch ein Steuer- und Abgabenbetrug", so AK-Burgenland-Präsident Alfred Schreiner. Insbesondere in Wien habe das Gastgewerbe die Bauwirtschaft puncto Schwarzunternehmertum schon überholt. AK-Wien-Vizepräsident Rudolf Kaske fordert schärfere Kontrollen durch die Finanzpolizei und die Gebietskrankenkassen. "Schwarzunternehmertum ist kein Kavaliersdelikt."

Eine Erhebung der Arbeiterkammer unter 371 Personen ergab, dass bei fast der Hälfte der ausbezahlte Lohn nicht mit der Anmeldung zur Gebietskrankenkasse übereinstimmte. Besonders betroffen sind demnach Frauen und Teilzeitbeschäftigte. Falschanmeldungen kommen am häufigsten in Gasthäusern bzw. Restaurants vor.

Vielen Arbeitnehmern seien die Konsequenzen einer falschen Anmeldung nicht bewusst, berichtete die Arbeitsrechtsexpertin der Arbeiterkammer Wien, Julia Vazny-König. In vielen Fällen stimmen die Beschäftigten einer Falschanmeldung zu und bekommen einen Teil schwarz ausbezahlt. Die Rechnung bekämen sie dann in der Pension präsentiert: Vorsichtig geschätzt betrage der Schaden 100.000 Euro. Auch beim Kranken- und Arbeitslosengeld räche sich eine falsche Anmeldung.

Aus Sicht der Arbeitnehmervertreter sollten alle Beschäftigten von der Gebietskrankenkasse über An-, Ab- und Ummeldungen zur Sozialversicherung informiert werden. Das ist derzeit nicht der Fall. Momentan geht diese Info nur an den Arbeitgeber.