Erstellt am 03. Juli 2013, 13:36

AK-Präsident Kaske fordert Senkung der Mietkosten. Zwölf Wochen vor der Nationalratswahl macht sich auch AK-Präsident Kaske erneut für eine Senkung der Mietkosten und eine Steigerung der Neubauleistung im Wohnbau stark.

Im privaten Mietsektor seien klare Mietobergrenzen nötig, die Zu- und Abschläge zu den Richtwerten müssten genauer definiert werden, und befristete Verträge dürfe es nur mehr in Ausnahmefällen geben, verlangte Kaske am Mittwoch.

Vorwurf an ÖVP: Meint es offensichtlich nicht ganz ernst

"Die Mieter dürfen nicht länger abgezockt werden." Der ÖVP warf Kaske "Verzögerungstaktik" vor: Sie meine es möglicherweise nicht ganz ernst beim Thema Mietenreform, wenn Justizministerin Beatrix Karl dazu erst einmal eine Arbeitsgruppe einsetze.

Innerhalb von elf Jahren - von 2000 bis 2011 - sind die Mieten um knapp 40 Prozent angestiegen, die Inflation betrug zugleich nur 25 Prozent, sagte Gabriele Zgubic, Leiterin der AK-Abteilung Konsumentenpolitik, bei einem Pressegespräch. Binnen fünf Jahren seien die privaten Mieten um 28 Prozent geklettert, während sich die Mieten für Genossenschafts- und Gemeindewohnungen nur um 13 Prozent verteuert hätten, verwies Zgubic auf eine Detailanalyse von Mikrozensus-Daten der Statistik Austria.

Betriebskosten sollen "ausgemistet" werden

Es werde an Mieten das verlangt, "was der Markt hergibt", brandmarkte Zgubic vor allem einen "regelrechten Wildwuchs" bei den Richtwert-Zuschlägen, denn Abschläge gebe es ohnedies kaum. So würden im privaten Bereich zu zwei Drittel nur noch befristete Mietverträge vergeben, und bei Befristungen müsste es eigentlich einen Abschlag von 25 Prozent geben, das sei aber in der Praxis nicht der Fall, "diese Wohnungen kosten gleich viel".

Befristete Mietverträge sollte es nur noch in Ausnahmefällen geben dürfen, verlangte AK-Präsident Kaske, etwa im Falle eines Eigenbedarfs des Vermieters. Zudem sollten die Betriebskosten "ausgemistet" und nur noch jene Teile den Mietern angelastet werden, die diese auch verursachen: Wenn man Grundsteuer, Versicherungskosten und Verwaltungsgebühren aus diesem Katalog streiche, "würde man sich bei einer 80 Quadratmeter großen Wohnung 720 Euro im Jahr sparen, haben wir uns ausgerechnet".