Erstellt am 19. Februar 2015, 12:52

von APA/Red

"Aktion scharf" der Finanzpolizei. Im Burgenland hat die Finanzpolizei am Montag eine "Aktion scharf" mit Kontrollen in Grenznähe und auf Baustellen durchgeführt. 159 Firmen und 267 Dienstnehmer wurden überprüft.

 |  NOEN, Erwin Wodicka (Erwin Wodicka)
42 Betriebe wurden angezeigt - meist wegen "klassischer Schwarzarbeit" sowie Lohn- und Sozialdumping, so Michael Aigner, Leiter der Finanzpolizei für Burgenland und Niederösterreich, am Donnerstag in Eisenstadt.

Polizei mit 35 Beamten beteiligt

Bei der Aktion, die der Beginn eines groß angelegten Schwerpunkts sei, wurden Forderungspfändungen in der Höhe von 60.000 Euro erlassen. Das Ziel seitens der Finanzpolizei sei klar - "Fairness für die redlichen Unternehmer und die Verhinderung von Wettbewerbsverzerrungen durch Lohn- und Sozialdumping", erklärte Aigner. Künftig sollen weitere Kontrollen in Grenznähe "von Heiligenkreuz bis Vorarlberg" stattfinden.

An der Schwerpunktaktion war auch die Polizei mit 35 Beamten beteiligt, berichtete Landespolizeidirektor Hans Peter Doskozil. Allein im Burgenland fänden monatlich rund 800 Meldevorgänge von grenznahen EU-Bürgern statt.

Gemeinsam mit Finanzpolizei, AMS, Pensionsversicherungsanstalt und den Bezirkshauptmannschaften sei man dabei, einen Kontrollmodus zu entwickeln. Damit solle ermöglicht werden, Missbrauchsfälle herauszufiltern und in weiterer Folge auszuschließen. Er gehe davon aus, dass dieser Modus im ersten Halbjahr festgelegt wird, so Doskozil.

WKO richtete "Pfuscher-Hotline" ein

Ergänzend zur Tätigkeit der Behörden bei den Schwerpunktaktionen will die Wirtschaftskammer aufklären: An der Grenze werde Informationsmaterial verteilt, in dem die Pflichten der Betriebe und die Folgen bei Nichteinhaltung aufgelistet sind, so der Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk, Franz Rumpolt.

Durch die illegalen Aktivitäten fließe Kaufkraft ab. "Es gehen Millionen an Steuern verloren, die die Wirtschaft wieder erwirtschaften muss." Betriebe - und damit auch Beschäftigte - seien dadurch "massiv gefährdet", so Rumpolt.

Die Wirtschaftskammer hat deshalb eine "Pfuscher-Hotline" (05/90907-1234) für Betriebe eingerichtet. "Man kann sich deklarieren oder anonym bleiben", erläuterte der Spartenobmann. Die Meldungen würden dann verifiziert und an die Behörden weitergegeben. Die Hotline richte sich zwar an Firmen: "Jede Meldung von außen ist auch erwünscht."