Erstellt am 16. März 2016, 05:14

von NÖN Redaktion

Alarm um Schweine: Markt zerfällt. Burgenländischer Schweinemarkt in den vergangenen 15 Jahren um 83 Prozent geschrumpft; Züchter wollen Kennzeichnung.

Ein Schwein steht auf einem Stapel Münzen. Steigende Kosten für Futtermittel in der Landwirtschaft. Sinkende Erträge beim Schweinefleisch  |  NOEN, Bilderbox/Erwin Wodicka

„Bei den heimischen Schweinebauern herrscht eine absolute Alarmstimmung. Die Preise für Schweine befinden sich seit Herbst 2014 auf einem katastrophal niedrigen Niveau. Zurzeit erhalten unsere Bauern einen Netto-Basispreis von nur 1,12 Euro pro Kilogramm“, so Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Stefan Hautzinger.

Der Hauptgrund der Misere am Schweinesektor ist das Russlandembargo. Das hatte zur Folge, dass Schweinefleisch aus EU- Ländern, welches früher nach Russland exportiert wurde, vermehrt auf den europäischen Markt drängt.

„Gutes Recht der Konsumenten“

So wird auch der österreichische Markt mit billigem Schweinefleisch aus Deutschland, Dänemark und Spanien geradezu überschwemmt.

Seit dem Jahr 2000 ist die Anzahl der Schweinehaltungsbetriebe im Burgenland um 83 Prozent von 3.175 auf 532 Betriebe geschrumpft, der Tierbestand hat sich in dieser Zeit fast um die Hälfte von 84.362 auf 42.238 Schweine reduziert. Alleine die Wertschöpfung aus der landwirtschaftlichen Schweinehaltung beträgt 21 Millionen Euro, wobei der Selbstversorgungsgrad für das Burgenland nur mehr bei 45 Prozent liegt.

„Es ist ein gutes Recht der Konsumenten, klar und deutlich über die Herkunft von verpackten und verarbeiteten Lebensmitteln, wie Fertiggerichte und Wurstwaren, informiert zu werden. Die Landwirtschaftskammer fordert daher eine eindeutig erkennbare Herkunftskennzeichnung“, so Anton Binder, Obmann der Ferkel- und Schweinevermarktungs-GmbH.