Erstellt am 21. März 2014, 10:53

Allergische Reaktion beim Autofahren. Die Natur ist heuer nach den Wintermonaten früher aufgewacht als üblich – und das bedeutet: Frühlingszeit ist Pollenzeit. Die Folgen von Pollenallergien sind ein großes Risiko im Straßenverkehr.

Pollenallergien bergen auch im Straßenverkehr ein erhebliches Risiko.  |  NOEN, ÖAMTC
Die Folgen von Pollenallergien sind ein großes Risiko im Straßenverkehr. Bereits jeder fünfte Österreicher ist Pollenallergiker. Der Pollenwarndienst warnt davor, dass der Pollenflug der Birke bereits vor der Tür steht.

Momentan klagen viele Allergiker über Beeinträchtigungen durch Hasel und Erle. Aber auch erste Reaktionen auf Birkenpollen sind derzeit schon möglich. Es folgen Gräser, Beifuß und Ragweed. Die Pollensaison kann sich bei günstigen Wetterbedingungen bis in den Oktober ziehen.

Nebenwirkungen von Antiallergika nicht unterschätzen

 Betroffene leiden beispielsweise unter brennenden Augen, triefender Nase und heftigen Niesanfällen. "Von diesen Symptomen geht nicht zuletzt eine große Gefahr für den Straßenverkehr aus. Insbesondere Niesanfälle können beim Lenken eines Fahrzeugs fatale Folgen haben", weiß Rudolf Leeb, ÖAMTC-Regionalleiter der burgenländischen Stützpunkte.

Bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h bedeutet ein Niesreiz, bei dem die Augen unwillkürlich geschlossen werden, 28 Meter Blindflug. Zudem wird die Sehkraft durch verquollene Augen ohnehin bereits geschwächt. Schlaflose Nächte sorgen für Müdigkeit und Unaufmerksamkeit im Straßenverkehr.

"Die Nebenwirkungen von Antiallergika sind ebenfalls nicht zu unterschätzen. Es kann unter Umständen zu einer extrem verlangsamten Reaktionszeit kommen", weiß der ÖAMTC-Regionalleiter. Bevor mit der Einnahme von Medikamenten begonnen wird, muss unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Er gibt Auskunft über eventuelle Nebenwirkungen. Wenn noch nicht klar ist, ob eine Allergie besteht, kann ein Allergietest helfen.

Pollenfilter im Auto schaffen Abhilfe

Den Reifenwechsel vergisst kaum ein Autofahrer, den regelmäßigen Tausch des Pollenfilters hingegen schon – dabei kann gerade das für Allergiker besonders hilfreich sein. "Der Filter sollte regelmäßig – das heißt spätestens alle zwei Jahre - getauscht werden. Auf ihm lagern sich Pollen und Schmutz ab, die in weiterer Folge für eine Verschmutzung des Belüftungssystems führen. Man läuft Gefahr, dass sich Schimmel, Pilze und Bakterien bilden", warnt ÖAMTC-Regionalleiter Leeb.

In diesem Fall wäre sogar eine Desinfektion der gesamten Lüftungsanlage notwendig. Der Pollenfilter verliert allerdings seine Funktion, wenn mit offenen Fenster oder Schiebedach gefahren wird. Im Auto sollten die Scheiben geschlossen und – bei vorhandenem Pollenfilter – die Lüftung aufgedreht sein.

"Um allergische Reaktionen im Auto vorzubeugen, ist es außerdem ratsam, das Wageninnere durch regelmäßiges Absaugen von Pollen zu befreien", rät Rudolf Leeb. Aber auch das Armaturenbrett und die Innenscheiben sollten mit einem feuchten Lappen gereinigt werden.
 
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Regelmäßige Überprüfung beugt erhöhten Kosten und Gesundheitsgefährdung vor

Eine Klimaanlage sollte in einem Zwei-Jahres-Rhythmus überprüft werden, denn nur dadurch wird die optimale Funktion gewährleistet. Hinzu kommt, dass durch die rechtzeitige Erkennung von Fehlerquellen teure Reparaturen oft vermieden werden können und der Verschleiß generell minimiert wird.

Viele Fahrzeuglenker lassen allerdings erst dann ein Service durchführen, wenn es im Fahrzeuginnenraum "komisch" riecht. Von" abgestandener Luft" bis hin zu "modrig"reichen dabei die Beschreibungen. Beim Betrieb der Klimaanlage wird der Luft Feuchtigkeit entzogen und aufgefangen. Ein Großteil davon läuft ab, Restfeuchte kann aber auch am Verdampfer zurückbleiben.

"Pilzsporen und Bakterien finden nun ein ideales, feucht-warmes Klima vor und können sich ungehindert ausbreiten – dadurch werden unangenehme Gerüche ins Fahrzeuginnere befördert", erklärt der ÖAMTC-Regionalleiter. Und jedem ist klar, dass Schimmelpilze ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellen.

Husten, tränende Augen und Niesen während der Autofahrt könnten die Folge sein, was wiederum die Verkehrssicherheit stark gefährden. "Der Pollenfilter muss daher bei jedem Service ausgetauscht werden und auch das Klimagas muss aufgefüllt werden", so Leeb abschließend.