Erstellt am 26. Juni 2013, 00:00

Alpine: Aufatmen im Land. Insolvenz / 80 Burgenländer sind von der Pleite betoffen. Regionale Lösungen sind zum Teil schon gefunden worden, heißt es: „Firmen sind interessiert. Es geht weiter.“

Harte Zeiten für die Alpine: Österreichs zweitgrößter Bauriese ist insolvent. Im Burgenland sind davon zwei Standorte - Eisenstadt und in Oberwart - betroffen.  |  NOEN, Hafner
Von Bettina Eder, Michael Pekovics und Wolfgang Millendorfer

Vorsichtiges Aufatmen zeichnet sich bei der Alpine im Burgenland nach den Konkursmeldungen des Unternehmens an. „Man spürt und sieht, dass es gar nicht so schwierig ist, dass man das in der Region unterbringt“, stellt Hans Reumann, Standortleiter in Eisenstadt, fest.

Von der Insolvenz des zweitgrößten heimischen Bauriesen sind zwei Standorte im Burgenland mit insgesamt etwa 80 Mitarbeitern in Eisenstadt und Oberwart betroffen. Nachdem ein Rettungsversuch gescheitert ist, soll das Unternehmen zerschlagen werden. Der Masseverwalter will Alpine-Baustellen und -Niederlassungen verkaufen; wieviele Mitarbeiter weiterbeschäftigt werden, ist offen.

Im Burgenland habe man laut Reumann bereits regionale Lösungen gesucht und gefunden. „Die Firmen sind interessiert. Die Hauptbaustellen – zwei Wohnprojekte – werden, wie es aussieht, übernommen werden; ebenso die gewerblichen Mitarbeiter. Bei den Angestellten und Technikern sieht es bei den meisten auch gut aus“, gibt sich Reumann – zumindest für seinen Standort und seine 33 Angestellten – optimistisch. In Oberwart, wo vor allem Tiefbau-Aufträge erfüllt werden, arbeitet man intensiv an einer Lösung, sagt Straßenbau-Bereichsleiter Gerhard Horn: „Wir wollen die Steiermark und das gesamte Südburgenland herauslösen und eine eigene Gesellschaft gründen, die ,Klöcher-Bau’ heißen wird. Wir warten darauf, dass das abgesegnet und auch von der Politik akzeptiert wird.“ Aktuell sind laut Land Burgenland sieben Straßenbaustellen betroffen – neben fünf Asphaltierungen und einer Brücke im Südburgenland auch der Umbau an der Kreuzung von S31 und B50 in Eisenstadt.

„Solange Material da ist, arbeiten wir weiter …“ 

„Unsere Anwälte verhandeln derzeit mit dem Masseverwalter, wie man die Aufträge an andere Firmen weitergeben kann“, lautet die Auskunft im Büro von Landesrat Helmut Bieler. Bereits abgerechnet ist laut BELIG der Umbau des Kulturzentrums Eisenstadt.

Wie viele Zuliefer-Firmen im Burgenland betroffen sind, kann Eisenstadts Standortleiter Hans Reumann nicht sagen. Gearbeitet wird bei der Alpine jedenfalls noch. Reumann: „Wir sind da und arbeiten. Und solange Material da ist, werden wir das auch weiter tun.“