Erstellt am 27. August 2013, 17:15

Alpine-Gläubiger könnten komplett leer ausgehen. Die Gläubiger des insolventen Bauriesen Alpine haben offenbar schlechte Karten, sie könnten sogar komplett leer ausgehen.

Eine "Sanierung" der Alpine Bau GmbH sei ebenso ausgeschlossen wie die Auszahlung einer wirtschaftlich relevanten Quote, teilte Masseverwalter Stephan Riel am Dienstag mit. Nach Angaben der Kreditschutzverbände dürften die Forderungen voraussichtlich 5 Mrd. Euro überschreiten. Derzeit gebe es bei über 9.300 Anmeldungen bereits ein Forderungsvolumen von 4,16 Mrd. Euro. Damit sei etwa die Hälfte der Anmeldungen innerhalb der Frist eingelangt - letztlich dürften es 17.000 bis 20.000 werden. "Dieses Verfahren sprengt praktisch alle Dimensionen", sagte KSV-Experte Hans-Georg Kantner zur APA.

Die kleinste angemeldete Forderung umfasst 19 Mio. Euro, die größte 554 Mio. Euro - bei letzterer geht es um Schadenersatz aus einem Großprojekt. Auf Kreditinstitute entfallen in Summe 1,6 Mrd. Euro an Forderungen, auf Schadenersatz 1,4 Mrd. Euro; 368 Mio. Euro fordert die Alpine Holding GmbH aus diversen Darlehen an die Alpine Bau GmbH, 190 Mio. Euro sind beispielsweise noch aus Lieferungen und Leistungen offen, 87 Mio. Euro entfallen auf Leasing-Forderungen und 54 Mio. Euro will das Finanzamt.

Befriedigungsaussichten stehen sehr schlecht

Die "Befriedigungsaussichten" stünden sehr schlecht, so eine AKV-Sprecherin. "Wir rechnen mit 1 Prozent - wenn überhaupt", verweisen die Kreditschützer auf eine entsprechende Annahme des Masseverwalters.

Die Aktiva der Alpine abzuschätzen sei noch sehr schwierig, so der KSV. "Das wird man so schnell nicht klären können", so Kantner. Derzeit gebe es 28 Mio. Euro liquide Mittel, aber auch noch eine Menge Geld aus Fahrnisverkäufen zu erlösen. Von den 41.000 Fahrnissen (Gerätschaften) wurden bisher erst 9.000 Stück um 14 Mio. Euro verkauft. Es werden auch insgesamt 59 Liegenschaften der Alpine verkauft, diese sind angeblich nur teilweise verpfändet.