Erstellt am 27. Februar 2013, 14:39

Alpine-Rettung: Warten auf den "Tag X". Einen Tag vor Auslaufen des Stillhalteabkommens mit den Gläubigerbanken laufen die Verhandlungen über die Zukunft des angeschlagenen Salzburger Baukonzerns Alpine weiter auf Hochtouren.

Es geht um die Zustimmung zum im Jänner präsentierten Sanierungskonzept für das Unternehmen. Damit verbunden ist der Verzicht auf Forderungen und eine Aufstockung von Krediten.

Allerdings liefen die Gespräche zuletzt zäh - vor allem der französische Kreditversicherer Coface zierte sich, einen Beitrag zu leisen; die Banken versuchten, die Franzosen auch per Brief zu überzeugen. In dem Schreiben heißt es, Coface soll sich anteilig mit 7 Mio. Euro bei einer Kreditaufstockung beteiligen - sonst fehle der Coface-Beitrag an der gesamten Aufstockung der garantierten Kredite in Höhe von 75 Mio. Euro.

Ohne der 7 Mio. Euro wäre die Umsetzung der Alpine-Restrukturierung unmöglich, heißt es im Brief weiter. Die Bemühungen der vergangenen Monate wären dann "nutzlos, und alle Kreditgeber der Alpine-Gruppe würden mit ernsten Schäden konfrontiert". Ohne den Kreditversicherer ist die notwendige 95-prozentige Zustimmung zum Sanierungsplan nicht erreichbar.

Eine wichtige Rolle bei den Verhandlungen dürfte auch das Finanzministerium einnehmen: Die Oesterreichische Kontrollbank (OeKB) wacht über jene Kredite, für welche die Republik haftet. Allerdings sträubt sich Finanzministerin Fekter laut Medienberichten gegen einen Verzicht auf Forderungen, die Rede ist von einem Drittel der Haftungssumme von 150 Mio. Euro. Im Finanzministerium verwies man auf ein Gutachten der Finanzprokuratur, wonach ein Verzicht nur im Insolvenzfall zulässig sei.

Das Restrukturierungskonzept der Alpine sieht vor, dass der Baukonzern ab 2015 wieder schwarze Zahlen schreibt. Dazu sollen nicht nur die Gläubiger und die spanische Konzernmutter FCC - sie soll in Summe 246 Mio. Euro zuschießen - einen Beitrag leisten. Auch der Verkauf von Unternehmensanteilen der Alpine soll einen dreistelligen Millionenbetrag in die Kassen spülen.