Erstellt am 14. Dezember 2011, 13:26

Angst ums Geld trieb Immo-Preise an. Die seit gut zwei Jahren laufende Flucht in Sachwerte hat in den vergangenen zwölf Monaten dafür gesorgt, dass die Preise für Wohnungseigentum auch 2011 um gut fünf Prozent gestiegen sind.

Ein Ende des Nachfragebooms sei nicht absehbar, weil es aber kein entsprechendes Angebot mehr gebe werde sich die Nachfrage anderweitig orientieren, teilten Immobilientreuhänder am Mittwoch mit.

"Wir sind an einem Punkt angelangt, wo 'normale Menschen' Sparbücher und manchmal Lebensversicherungen auflösen und fragen, wie kann ich 50.000 bis 500.000 Euro in Immobilien investieren?", schilderte der Wiener Immobilienmakler Andreas Wollein. Es gehe dieser Kundschaft nicht um die Rendite, sondern um das sichere "Parken" ihrer Ersparnisse. In vielen Fällen werde aber keine Veranlagung mit anonymem Charakter gesucht, sondern eine Anlage mit "subjektivem Bezug", zum Beispiel eine Studentenwohnung für die Kinder.

Nach Angaben des Verbands der Immobilientreuhänder (ÖVI) sind die Preise für Wohnungseigentum in den letzten zwei bis drei Jahren um jeweils fünf bis sechs Prozent gestiegen, Immobilien in Spitzenlagen sind sogar um 20 bis 25 Prozent teurer geworden.

Dennoch glaubt Wollein nicht daran, dass der Preisanstieg in den kommenden zwölf Monaten in gleichem Ausmaß weitergeht. Begründung: Es gebe kein ausreichendes Angebot mehr, die Nachfrage werde eher ausweichen als dass die Preise weiter in die Höhe getrieben würden. Ein Sinken der Preise sei aber nicht absehbar, sagte Wollein. Eine echte Immobilien-Preisblase wie in den USA habe es in Österreich bisher noch nie gegeben.

Die Schätzungen des Wiener Experten wurden von einer Branchenkollegin aus der Steiermark bestätigt. Die Grazer Immobilientreuhänderin Patricia Reisinger schätzt, dass die Immobilienpreise in der Steiermark in den vergangenen zwei Jahren um etwa 10 Prozent geklettert sind.