Erstellt am 17. Juli 2011, 09:55

Angst vor Zahlungsausfall beherrscht Wall Street. Der Streit über die Anhebung der Schuldengrenze in den USA wird in der kommenden Woche wohl immer stärker in den Fokus der Investoren an der Wall Street rücken.

Zwar geht die Zeit der Quartalsberichte von Firmen wie Goldman Sachs oder Apple in die heiße Phase. Aber die drohende Zahlungsunfähigkeit der USA könnte alles überschatten.

Investoren würden langsam nervös, sagt etwa Paul Mendelsohn von Windham Financial Services. Bisher gingen die Anleger an den Aktien- und Anleihemärkten nicht von einem Scheitern der Gespräche zwischen Republikanern und Demokraten aus.

Das Repräsentantenhaus wird wahrscheinlich den ersten Teil der Woche damit verbringen, über einen Gesetzesentwurf zur geforderten Anhebung der Schuldengrenze von 14,3 Billionen Dollar zu verhandeln und ihn auch zu billigen. Die Republikaner haben im Unterhaus anders als im Senat eine Mehrheit. Der Entwurf sieht aber nicht nur die Anhebung der Schuldengrenze vor, sondern auch Vorschriften für einen ausgeglichenen Haushalt, was Präsident Barack Obama ablehnt.

Obwohl der Senat das Vorhaben voraussichtlich nicht billigen wird, könnten die Konservativen damit beruhigt werden. Der republikanische Verhandlungsführer John Boehner hätte dann mehr Zeit, einen Kompromiss mit der Regierung zu finden. Allerdings wird die Zeit knapp. Bis zum 2. August muss die Schuldengrenze angehoben werden, um einen Zahlungsausfall der USA und eine Finanzkrise zu verhindern.

Auch die Schuldenkrise in Europa dürfte die Wall Street umtreiben. Am Donnerstag kommen Vertreter der Eurozone zusammen, um über weitere Hilfen für Griechenland und die Stabilität des Währungsraumes insgesamt zu sprechen. Nach wie vor ist unklar, wie erreicht werden kann, dass auch private Gläubiger zahlen müssen, ohne dass Ratingagenturen griechische Staatsanleihen mit der gefürchteten Note "teilweiser Zahlungsausfall" versehen.