Erstellt am 10. Januar 2013, 10:33

Anklage bei Telekom-Affäre weitet sich aus. Die Affären um dubiose Zahlungen der teilstaatlichen Telekom Austria sind um einen prominenten Namen reicher: Stefan Tweraser, Chef von Google Deutschland.

Laut Medienberichten wurde gegen ihn und zwei Werbemanager Anklage wegen Untreue erhoben. Tweraser war kurzfristig nicht erreichbar, es gilt die Unschuldsvermutung.

"Stefan Tweraser, Gustav E., Albert E. und Robert M. haben das Verbrechen der Untreue begangen", zitiert das Magazin aus der Anklageschrift vom 4. Dezember 2012. Zwei der Herren leiteten zum relevanten Zeitpunkt die Werbeagentur Euro-RSCG. Diese managte viele Jahre den 2,5 Millionen Euro schweren Werbeetat der Telekom Austria (A1).

Tweraser soll mit Hilfe der Euro-RSCG mehr als eine halbe Million Euro von der Telekom in die eigene Tasche geschleust haben, schreibt "Format". Zu diesem Zweck wurde demnach im Juli 2007 von der Euro-RSCG eine Scheinrechnung für die Erstellung einer "Strategischen Konzeption des Sponsoring Auftrittes im Rahmen Euro 2008" an die Telekom gelegt. Obwohl die Leistung nie erbracht wurde, wie es in der Anklageschrift heißt, überwies die Telekom 585.600 Euro an Euro-RSCG. Das gesamte Geld landete später in drei Tranchen bei Tweraser Gekko Beratungs Gmbh.

Die Telekom bestätigte auf Anfrage die Anklage, sie habe sich als Privatbeteiligter angeschlossen um das Geld zurück zu erhalten.