Erstellt am 07. Juni 2011, 12:58

Anleger flüchteten auch 2010 in Immobilien. Die Devise "Grundbuch statt Sparbuch" hat den Immobilienmarkt 2010 erneut dominiert und die Preise für Eigentum weiter nach oben getrieben.

"Eigentumswohnungen werden derzeit als der Hafen des Geldes angesehen", erklärt der Fachverbandsobmann der Immobilientreuhänder der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Thomas Malloth.

Diese Investitionsform ist auch für mittlere Anleger ein Thema, die Angst vor Inflation haben. Gebrauchte Eigentumswohnungen verteuerten sich im Vorjahr laut Immobilienpreisspiegel 2011 um 4,3 Prozent (2009: plus 2,3 Prozent), neue um 3,2 Prozent (Jahr davor: plus 3,6 Prozent). Bei den Mieten komme es derzeit zu "keinen vehementen Preissteigerungen".

Der Plafond bei den Zuwächsen der Immobilienpreise ist aber voraussichtlich längst nicht erreicht: Angesichts der starken Nachfrage und der damit einhergehenden Verknappung des Raumes werden sich die Immobilien laut Wirtschaftskammer auch in Zukunft weiter verteuern. Angesichts der leeren Kassen in den Kommunen werden diese nicht mehr in der Lage sein, den Wohnbedarf in Österreich entsprechend abzudecken, befürchtet Malloth.

In Wien seien Preisentwicklungen von "10, 15 und 20 Prozent" nach oben nicht auszuschließen. Vereinzelt sei am Immobilienmarkt in Österreich bereits eine Überhitzung zu sehen - etwa in Teilen Wiens, wo mit Renditen unterhalb der Inflationsrate zu extrem hohen Preisen gekauft werde, und überall dort, wo Raum eng sei - in Tirol und Vorarlberg.

Österreichweit waren die höchsten Steigerungen im Vorjahr bei den Baugrundstücken zu beobachten, deren Preise um durchschnittlich 4,4 Prozent (2009: plus 3,8 Prozent) weiter zulegten. Allein in Salzburg kletterten sie um 7,09 Prozent. "Salzburg erlebt augenscheinlich einen Boom", sagte der Fachverbandsobmann am Dienstag. "Die Geschäftslokale sind das Einzige, was in Österreich im Moment als Assetklasse verliert - nur die Bestlage in den Städten ist nachgefragt", so Malloth.