Erstellt am 15. November 2011, 17:28

Anleihe-Zinsen stiegen trotz Schuldenbremse massiv. Die Verzinsung der österreichischen Staatsanleihen ist am Dienstag trotz der von der Regierung beschlossenen Schuldenbremse weiter massiv gestiegen.

Für Bonds mit einer Restlaufzeit von zehn Jahren wurde am Sekundärmarkt am Nachmittag eine Rendite von 3,65 Prozent verlangt, was einem Anstieg von 6,6 Prozent an einem Tag entspricht.

Die kürzer laufenden Schuldverschreibungen schnellten sogar um 23,5 (2 Jahr) bzw. 10,8 (5 Jahre) Prozent in die Höhe. Damit setzt sich ein seit Ende September andauernder Aufwärtstrend fort.

In Prozentpunkten ausgedrückt fallen die Anstiege aber deutlich niedriger aus, betonte die Österreichische Bundesfinanzierungsagentur (ÖBFA): die Verzinsung der Anleihen mit zwei Jahren Laufzeit sei so binnen eines Tages um 0,35 Prozentpunkte von auf 1,81 Prozent gestiegen, jene der fünfjährigen Bonds um 0,28 Prozentpunkte auf 2,83 Prozent.

Die ÖBFA beruhigte weiters in Hinblick auf die laufende Finanzierung: "Die zuletzt gestiegenen Sekundärmarktrenditen wirken sich auf den Finanzierungsplan der Republik Österreich für 2011 kaum aus, da das Finanzierungsprogramm für heuer so gut wie abgeschlossen ist." Für Dezember ist noch ein Auktionstermin angesetzt, es war nach der letzten Versteigerung aber noch nicht sicher, ob überhaupt eine Auktion stattfindet.

In Anfragen von Investoren "erkennen wir, dass die momentanen Renditen als sehr attraktives Einstiegsniveau wahrgenommen werden", sagt ÖBFA-Chefin Martha Oberndorfer. Im kurzfristigen Laufzeitbereich lägen die Renditen für österreichische Bundesanleihen auf sehr niedrigen Niveaus. Die Bundesanleihe mit Laufzeit bis 15.7.2012 liege momentan bei 0,29 Prozent (Ende 2010: 0,89 Prozent)."