Erstellt am 20. Dezember 2011, 13:22

Anti-Atom-Protest vor Bank-Austria-Zentrale. Slowakische und österreichische Aktivisten von Greenpeace und GLOBAL 2000 haben am Dienstag früh den Eingang der Bank Austria-Zentrale in der Wiener Schottengasse mit einem vier Meter hohen Atommüllfass "verziert", um auf ihrer Ansicht nach ungehörige Kreditgeschäfte der Bank mit dem Betreiber-Unternehmen des slowakischen AKW Mochovce aufmerksam zu machen.

"Seit Jahren kämpfen die Betreiber von Mochovce dafür, genügend Geld für die Fertigstellung des gefährlichsten Atomkraftwerks Europas zu bekommen. Zahlreiche Banken lehnten das Geschäft ab. Jetzt stellt sich heraus, dass die Bank Austria der slowakischen Atomindustrie seit Jahren Geld zur Verfügung stellt", zeigte sich Greenpeace-Energiesprecher Jurrien Westerhof empört. Greenpeace und Global 2000 fordern die Bank Austria auf, umgehend ihre Kreditgeschäfte mit der Slovenske Elektrarne (SE) zu beenden. Die SE erzeuge "65 Prozent ihrer Stromgewinnung durch Atomkraftwerke", hieß es in einer gemeinsamen Aussendung.

Diese Rechnung fällt bei der Bank Austria ganz anders aus: "Die Behauptungen der Umweltorganisationen entbehren jeglicher Grundlage", antwortete man in einer Aussendung. "Die Bank Austria finanziert das Kraftwerk Mochovce nicht. Im Gegenteil: Im letzten Jahr wurde von der Bank Austria - so wie auch schon beim Kraftwerksbau Krsko 2010 - ein entsprechendes Kreditansuchen abgelehnt. Die Bank Austria und ihre Tochterbanken in CEE-Ländern unterhalten aber - wie auch andere österreichische Banken - Geschäftsbeziehungen zu Elektrizitätsversorgungsunternehmen. So auch zu Slovenske Elektrarne (SE), der als slowakischer Energieversorger mehr als 60 Prozent der Energie durch Wasserkraft und Thermalenergie erzeugt."

Konkret sei dem slowakischen Energieversorger vor einigen Jahren ein Betriebsmittelkredit zur Verfügung gestellt worden, "der nur für die kurzfristige Finanzierung der laufenden Betriebsausgaben wie die Bezahlung von Löhnen, Bürobedarf etc. verwendet wird, aber nicht für eine Finanzierung von Mochovce." Die Bank Austria stehe im ständigen Dialog mit den Umweltorganisationen, "um hier Klarheit zu schaffen".