Erstellt am 17. August 2011, 12:58

Anzeigen wegen Boni und Immos im Telekom-Skandal. Der Skandal rund um die Kursmanipulation bei der börsenotierten Telekom Austria weitet sich aus. "Ich bin über die Situation schockiert", eröffnete CEO Hannes Ametsreiter am Mittwoch die Halbjahresbilanzpressekonferenz in Wien. Der heutige Vorstand habe aber mit den "Malversationen" von 2004 nichts zu tun, versicherte er.

Dass er selber seinen damals als Marketingleiter erhaltenen 92.000 Euro-Bonus auf ein Treuhandkonto eingezahlt habe, sei "kein Schuldeingeständnis". Mittlerweile wurden in der Kursaffäre und wegen "Malversationen" bei Immobiliengeschäften Anzeigen eingebracht, wegen der Telekom-Geschäften mit Peter Hocheggers Valora ist das Unternehmen nun Privatbeteiligter im Strafverfahren gegen Hochegger, Walter Meischberger und Ex-Finanzminister Grasser rund um die Buwog.

"Zusammenhänge zwischen der Causa Valora und der Kursmanipulation sind dem internen Untersuchungsbericht der Telekom zu entnehmen, der bei der Staatsanwaltschaft liegt", so Ametsreiter. Weiter wolle er das nicht kommentieren.

Bei der Aktienmanipulation werde man gegen Vize-Finanzvorstand Gernot Schieszler und Festnetzvorstand Rudolf Fischer sowie den früheren Geschäftskundenleiter Josef Trimmel "die vollen Schadenersatzansprüche" geltend machen, also auf 9 Mio. Euro Schadenersatz klagen. Anzeigen gegen Ex-CEO Heinz Sundt und gegen Ex-Finanzvorstand Stefano Colombo würden geprüft, bestätigte Ametsreiter. Beide bestreiten die Vorwürfe.

Die Bonuszahlungen von insgesamt 9 Millionen Euro an 100 damalige Telekom-Manager will der Konzern offenbar wiederhaben. Eine mögliche Rückforderung der Zahlungen werde noch arbeitsrechtlich geprüft, erläuterte Ametsreiter. Er selber wolle jedenfalls nicht von einem Bonus profitieren, der offenbar unrechtmäßig zustande kam, "das ist eine Frage des Anstands".