Erstellt am 12. September 2012, 00:00

Aperol? Verboten!. Heurigenkontrolle / Trendgetränke wie Aperol oder Hugo dürfen beim Heurigen nicht verkauft werden. Die Kammer überwacht wieder.

Von Doris Seebacher

Die Wirtschaftskammer (WK) ließ im Vorjahr 45 Heurigen und Veranstaltungen durch Detektivbüros überprüfen – mit dem Ergebnis, dass bei 80 Prozent teilweise massive Übertretungen festgestellt wurden. Die Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft kündigt daher nun eine Verlängerung der Aktion an.

Ein Dorn im Auge sind der WK dabei Buschenschenken, die sich nicht an Gesetze halten und damit eine Konkurrenz für die Gastronomiebetriebe sind. „Modegetränke wie Aperol-Spritzer oder Hugo dürfen dort nicht ausgeschenkt werden“, so Helmut Tury, Obmann der burgenländischen Gastwirte.

Von Seiten der Landwirtschaftskammer (LWK), die für die Buschenschenken zuständig ist, zeigt man sich wenig begeister davon. „Die Buschenschenken haben von Haus aus hohe Gesetzesauflagen und viel Arbeit“, erklärt Maria Patronovits, die dafür verantwortlich ist, die Landwirte genau darüber zu informieren, was sie anbieten dürfen und was nicht. „Gastwirt und Landwirt sollten zusammenarbeiten. Wenn zu viel kontrolliert wird, finden wir das unfair.“ Laut Patronovits wissen die Landwirte, dass sie kontrolliert werden. Aber: „Schwarze Schafe gibt es überall.“

„Viele zerreißen sich“

Weiters im Visier: Feste von Vereinen, die keinen Status der Gemeinnützigkeit haben. Roman Hausmann, Organisator der legendären „Lümmeltütenparty“ in Baumgarten, hält nicht viel von diesen Kontrollen. „Nicht nur die Feuerwehr tut etwas für die Allgemeinheit, auch andere Vereine zerreißen sich“, meint er und nennt als Beispiel ein Jugendheim und einen Volleyballplatz, die „ohne einen Cent der Gemeinde“, sondern nur durch Einnahmen der Party realisiert werden konnten.