Erstellt am 30. September 2011, 12:11

Arbeiterkammer: Gaspreise seit Jahren zu hoch. Die Arbeiterkammer sieht sich durch die Razzien der EU-Kommission wegen Verdachts auf ein Erdgaskartell bestätigt: Die Gaspreise seien seit Jahren zu hoch, wie das aktuelle Preismonitoring bei elf Gasversorgern in Österreich zeige.

"Und trotzdem drehen einige Gasanbieter kurz vor Beginn der Heizsaison an der Preisschraube weiter", kritisierte AK-Präsident Tumpel am Freitag.

 

Erneut kritisierte die Kammer, dass die Versorger die Senkung der Großhandelspreise nicht oder nur zögerlich an die Konsumenten weitergäben, Preiserhöhungen hingegen schnell auf die Verbraucher überwälzten. Seit Juli 2008 seien die Großhandelspreise für Gas um zehn Prozent gesunken. Bei funktionierendem Wettbewerb sollten sich die reinen Energiepreise ähnlich entwickeln, was laut AK aber nicht der Fall ist.

Im April 2011 erhöhte die EnergieAllianz (Wien Energie, EVN und BEGAS) die Gaspreise, ab 1. Oktober erneut. "Damit steigen allein heuer die Gaspreise (ohne Netzkosten und Steuern) bei der Wien Energie um 28,7 Prozent, bei der EVN um 21,5 Prozent, bei der burgenländischen BEGAS um 24,4 Prozent", rechnet die AK vor. Auch die Vorarlberger VEG habe ihre Gaspreise seit der letzten AK-Erhebung im Juli um 14,5 Prozent erhöht. Die Erdgas Oberösterreich und Linz AG hätten für Mitte Oktober die zweite Anhebung in diesem Jahr angekündigt.

Betroffenen Konsumenten rät die AK, Preise zu vergleichen und gegebenenfalls den Anbieter zu wechseln. Die Ersparnis könne bis zu 100 Euro betragen.