Erstellt am 20. Oktober 2011, 14:07

Arbeiterkammern feiern 90-jähriges Bestehen. Mit einem politisch prominent besetzten Festakt haben die Arbeiterkammern am Donnerstag ihr 90-jähriges Bestehen gefeiert. Angesichts düsterer wirtschaftlicher Aussichten komme den Kammern in Zukunft umso mehr Bedeutung zu.

Zu diesem Schluss kamen sowohl Bundespräsident Fischer, Bundeskanzler Faymann (SPÖ), Vizekanzler Spindelegger (ÖVP), ÖGB-Präsident Foglar sowie der Gastgeber, AK-Präsident Tumpel.
Die sozialpolitische Entwicklung würde auch die "konstruktive Kraft der Sozialpartner" unter Beweis stellen, würdigte Fischer in seiner Rede die AK. Er lieferte auch gleich einen historischen Rückblick und vermochte jeden AK-Vorsitzenden seit 1945 kurz zu porträtieren. Tumpels Verdienst sei es unter anderem gewesen, die Sozialpartner in der Verfassung zu verankern.

Faymann wiederum dankte allen Mitarbeitern der AK, bei der es sich nicht nur um eine bloße Serviceeinrichtung handle. "Die Demokratie wird sich behaupten können, wenn sie auch die sozialen Fragen offen anspricht und offen löst", meinte Faymann zur Bedeutung der AK.

Spindelegger gab gleich zu Beginn seiner Rede zu, dass sein Verhältnis zu manchem Vertreter der AK nicht immer entspannt gewesen sei. Die Einrichtung selbst stehe allerdings außer Frage und sei wichtiger denn je. "Wir brauchen eine Sozialpartnerschaft, die lebt, die miteinander handelt und fähig ist, Lösungen auf den Tisch zu legen."

ÖGB-Präsident Foglar betonte die gemeinsame Geschichte und den "untrennbaren Weg der österreichischen Arbeiterkammer mit der Gewerkschaftsbewegung". "Soziale Gerechtigkeit steht heute mehr auf dem Prüfstand denn je", ging er ebenfalls auf die Krise ein.

Neben den oben genannten waren auch der ehemalige Präsident des Verfassungsgerichtshofes (VfGH), Karl Korinek, Sozialminister Rudolf Hundstorfer, Gesundheitsminister Alois Stöger (beide SPÖ), Innenministerin Johanna Mikl-Leitner und Justizministerin Beatrix Karl (beide ÖVP) gekommen.